Diese sächsische Stadt hat ein Herz für Verliebte

Kirchberg - Initialen in die Baumrinde ritzen war gestern. Inzwischen hängt man Liebesschlösser ans Brückengeländer und wirft den Schlüssel ins Wasser. Auch die Kirchberger Sonnenbrücke ist bei Liebespaaren beliebt.

Doreen und Kevin Hentzschel sind die ersten Kirchberger, die ihr Liebesschloss am neuen Edelstahlherz aufhängten.
Doreen und Kevin Hentzschel sind die ersten Kirchberger, die ihr Liebesschloss am neuen Edelstahlherz aufhängten.  © Klaus Jedlicka

Nachdem die ehemalige Eisenbahnbrücke zwischen Wilkau-Haßlau und Karlsfeld 2014 aufwendig saniert wurde, tauchten im vergangenen Jahr die ersten Schlösser auf. Bei der Stadtverwaltung stieß der romantische Brauch allerdings auf Missfallen. Bürgermeisterin Dorothee Obst (47, Freie Wähler): "Wir fürchteten Rostschäden."

Doch die Schlösser einfach entfernen, das wollte sie nicht. Eine Alternative musste her. "Das mit dem Herz ist mir einfach so eingefallen", erzählt sie. Mit der Bitte um ein Angebot faxte sie ihre Zeichnung an die Metallbaufirma Rißmann.

Chef Toni Rißmann (48) gefiel die Idee so gut, dass er das Edelstahlherz mit dem Gitter einfach so anfertigte und montierte. Als Stadtrat weiß er um die klammen kommunalen Kassen. "Vielleicht ist das witterungsbeständige Edelstahlherz ja auch eine Idee für andere Städte?", sagt er.

Die Schlösser am Geländer der Sonnenbrücke sollen jedenfalls Anfang Juli entfernt werden. Bis dahin können die Kirchberger Liebespaare noch mit ihren Treue-Schwüren ans Edelstahlherz umziehen. Einzige Voraussetzung ist, dass sie noch nicht alle Schlüssel in den Rödelbach geworfen haben.

Alte Liebe rostet nicht - oder etwa doch? Ende Juli werden die Liebesschlösser von der Sonnenbrücke entfernt. Wer den Schlüssel noch hat, kann ans neue Herz umziehen.
Alte Liebe rostet nicht - oder etwa doch? Ende Juli werden die Liebesschlösser von der Sonnenbrücke entfernt. Wer den Schlüssel noch hat, kann ans neue Herz umziehen.  © Klaus Jedlicka
Die Bürgermeisterin von Kirchberg, Dorothee Obst, hatte die herzige Idee.
Die Bürgermeisterin von Kirchberg, Dorothee Obst, hatte die herzige Idee.  © Stadt Kirchberg

Titelfoto: Klaus Jedlicka


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