Er kümmert sich um die Nöte und Ängste von Polizisten und kritisiert die Medien

Stuttgart - Für Polizisten ist mangelnde Wertschätzung aus Sicht der Polizeiseelsorge eine der schmerzlichsten Erfahrungen im Berufsleben.

Georg Hug ist einer von 130 katholischen Polizeiseelsorgern bundesweit.
Georg Hug ist einer von 130 katholischen Polizeiseelsorgern bundesweit.  © DPA

"Da geht es nicht nur um den Respekt des einzelnen Bürgers gegenüber den Beamten, sondern auch um eine überwiegend kritische Haltung von Gesellschaft, Medien und Politik", sagte der Polizeidekan der Diözese Rottenburg-Stuttgart Georg Hug der Deutschen Presse-Agentur.

Die Medien tendierten dazu, Polizeieinsätze voreingenommen zu bewerten, kritisierte der Seelsorger aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg). "Gelungene Einsätze sind in den Medien hingegen Mangelware."

Hug ist einer von 130 katholischen Polizeiseelsorgern bundesweit, die evangelische Seite bietet 100 auf. Beide Kirchen offerieren sei Jahrzehnten Polizisten den Service, sich um ihre Nöte und Ängste zu kümmern. Im Südwesten sind es sechs katholische und zehn evangelische Seelsorger.

Ralf Kusterer, Landeschef der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, schätzt das Angebot sehr. "Das ist eine ganz tolle Geschichte." Die Seelsorge habe einen festen Platz in der Betreuung der Kollegen in Zeiten hohen Arbeitspensums und zunehmender Gewalt gegen Beamte.

Hug berichtet von einer überwiegend kritischen Haltung gegenüber Polizeibeamten in Gesellschaft, Medien und Politik.
Hug berichtet von einer überwiegend kritischen Haltung gegenüber Polizeibeamten in Gesellschaft, Medien und Politik.  © DPA