Dieser Arzt findet "Strafgebühr" für Notaufnahmen angemessen

Kirchlengern – Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, will der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, notfalls eine Gebühr von den Patienten verlangen (TAG24 berichtete).

Mediziner Peter Weitkamp hofft auf eine Debatte über das Thema.
Mediziner Peter Weitkamp hofft auf eine Debatte über das Thema.

Das sorgte für ordentlich Wirbel! Peter Weitkamp war 20 Jahre lang Facharzt für innere Medizin, Kardiologie und Rettungsmedizin bevor er 2015 seine eigene Praxis aufmachte. Jetzt ist er Hausarzt in Kirchlengern.

"Wir müssen darüber diskutieren, wie wir künftig mit den immer knapper werdenden Ressourcen in der Medizin umgehen", wird er in der Neuen Westfälischen zitiert.

"Politiker zeigen sich von dem Vorschlag einer Strafgebühr für Notaufnahmen entrüstet, haben aber jahrelang nichts gegen den Fachkräftemangel in der Medizin und der Pflege getan, obwohl dieser lange vorher abzusehen war."

Er sagt, dass "Strafgebühren ein angemessenes Mittel" für Menschen seien, die die Notfallversorgung missbrauchen. Außerdem müsse die Bevölkerung besser darüber aufgeklärt werden, was Notfälle überhaupt sind. "Wer schon mal in einer Notaufnahme oder einer Notfallpraxis gearbeitet hat, der weiß, dass die meisten Patienten keine Notfälle sind", sagt Weitkamp.

"In meinem letzten Dienst in der Notfallpraxis Bünde habe ich 100 Patienten betreut. Maximal zehn Prozent waren Notfälle."


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