Kita-Alarm! Einrichtungen sind rappelvoll

Jubel bei den Knirpsen der Kita „Glückskäfer“ - die Mädchen und Jungen bekommen bald neue Kita-Nachbarn.
Jubel bei den Knirpsen der Kita „Glückskäfer“ - die Mädchen und Jungen bekommen bald neue Kita-Nachbarn.

Von Mandy Schneider

Chemnitz - Mit Bangen warten Chemnitzer Eltern von Kleinkindern auf Post: Derzeit verschickt das Jugendamt die diesjährigen Bescheide für einen Kindergartenplatz.

Schon jetzt ist klar: Nicht jedes Kind, das angemeldet ist, bekommt einen. Derweil laufen die Vorbereitungen für fünf neue Kitas mit rund 500 Plätzen - so viele fehlen in Chemnitz!

„Es wird Wartezeiten geben, vor allem für Eltern, die einen Platz vor Beginn des neuen Schuljahres im August benötigen“, bestätigt Marion Forberg (63), Abteilungsleiterin Kindertagesstätten im Jugendamt.

Der erst im Mai im Stadtrat beschlossene Bedarfsplan für Kindertagesstätten bis 2017 ist bereits überholt.

Wer mit Erzieherin Sylvia Fischer (49) singen darf, ist ein echter „Glückskäfer“ - nicht nur, weil die Kita in der Straße Usti nad Labem so heißt.
Wer mit Erzieherin Sylvia Fischer (49) singen darf, ist ein echter „Glückskäfer“ - nicht nur, weil die Kita in der Straße Usti nad Labem so heißt.

Damals waren unter anderem drei Neubauten mit je 80 Plätzen vorgesehen. Die knappe Kalkulation wurde von der Realität der Flüchtlingszahlen eingeholt: Laut Stadt werden gegenwärtig 1361 Kinder aus Flüchtlings- und Asylbewerberfamilien in Kitas betreut.

„Inzwischen planen wir die Neubauten mit jeweils 100 Plätzen. Die Entscheidung des Stadtrates dazu steht im März an“, so Forberg. Eine weitere Einrichtung mit 88 Plätzen wird in der Sonnenstraße 42 saniert. Eröffnen sollen die Kitas mit Schuljahresbeginn 2017.

Kurzfristiger werden 80 Kita-Plätze in der Straße Usti nad Labem 197 zur Verfügung stehen, die renoviert wurde und ab 1. April wiedereröffnet. Zeitgleich gibt’s auch 30 zusätzliche Plätze bei neuen Tagesmüttern.

Ob das alles reicht, um den Bedarf an Kita-Plätzen zu sichern, ist offen. Sowohl städtische Einrichtungen als auch freie Träger haben die Kapazitäten schon in den vergangenen Jahren ausgereizt. „Aktuelle Zahlen überholen sich derzeit, sobald man sie ausgedruckt hat“, weiß Mathias Hofmann (49), Vorstand der Kindervereinigung.

Auch Cornelia Dietrich (56) von der Kinder- und Jugendvereinigung (KJV) sagt: „Es gibt bei uns derzeit keine freien Plätze.“

Mathias Hofmann (49), Vorstand der Kindervereinigung, zeigt die neue Kita in der Straße Usti nad Labem.
Mathias Hofmann (49), Vorstand der Kindervereinigung, zeigt die neue Kita in der Straße Usti nad Labem.
Thomas Zimmermann (48,l.) und Mathias Hofmann (49) räumen einen Gruppenraum ein. Im April ist Eröffnung.
Thomas Zimmermann (48,l.) und Mathias Hofmann (49) räumen einen Gruppenraum ein. Im April ist Eröffnung.

Fotos: Uwe Meinhold


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