Woher neue Erzieherinnen nehmen?

„ver.di“-Gewerkschafter Stefan Zierer (55, li.) und Stadtelternrats-Chefin Silke Brewig- Lange (41).
„ver.di“-Gewerkschafter Stefan Zierer (55, li.) und Stadtelternrats-Chefin Silke Brewig- Lange (41).

Von Mandy Schneider

Chemnitz - Die Kitas in Chemnitz sind so voll, dass sich Eltern dieses Jahr auf Wartezeiten einstellen müssen, ehe ihr Kind einen Kita-Platz erhält.

Stadtelternrats-Chefin Silke Brewig-Lange (41) erfuhr aus der Morgenpost die prekäre Lage: „Da kann man nur hoffen, dass sich möglichst viele Eltern mit einer Klage wehren. Neue Kitas zu bauen, ist dringend nötig, aber ich erwarte, dass auch umgehend Erzieherinnen eingestellt werden, ehe es auf dem Arbeitsmarkt keine guten Fachkräfte mehr gibt.“

Mit einer Protestkartenaktion will der Stadtelternrat ab März zusätzlich beim Land Druck machen: „Die Erzieherinnen brauchen pro Woche jeweils zwei Stunden für die Vor- und Nachbereitung, die Leiterinnen zusätzlich Zeit für den organisatorischen Aufwand, der mit Flüchtlingskindern verbunden ist.“

Amtsvorgänger Leif Wetzel-Dresch (46): „Die Kommune hat in der Vergangenheit die Kitas so voll gestopft, dass es jetzt keinen Puffer mehr gibt.“

Stefan Zierer (55) von der Gewerkschaft „ver.di“ warnt vor Fachkräfte-Knappheit: „Deutschlandweit fehlen bis zu 100.000 Erzieher. Das Arbeitsamt Chemnitz schickt schon Arbeitslose mit dem Argument der Leistungskürzung zu einer Erzieher-Ausbildung. Das ist keine Basis.“

Fotos: Christof Heyden, Sven Gleisberg


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