Chemnitzer Kita-Notstand beschäftigt jetzt auch den Stadtrat

Chemnitz - Sie sind überlastet, unzufrieden und nun auch noch immer häufiger krank. In Chemnitzer Kitas herrscht Personal-Notstand. Das liegt zum einen an der saisonbedingten Krankheitswelle, aber auch an der chronischen Unterbesetzung mit Erzieherinnen und Erziehern.

Silke Brewig-Lange (44) vom Stadtelternrat fordert schon seit Jahren Verbesserungen in der Qualität der Kinderbetreuung.
Silke Brewig-Lange (44) vom Stadtelternrat fordert schon seit Jahren Verbesserungen in der Qualität der Kinderbetreuung.  © Peter Zschage

"Dass die Krankenstände in Kindertagesstätten kontinuierlich hoch sind, überrascht wenig", sagt Silke Brewig-Lange (44) vom Stadtelternrat. "Allerdings fordern wir schon seit Jahren, dass unter anderem die Bedingungen für Auszubildende verbessert und ansprechende Anreize geschaffen werden."

Dort setzt nun ein Vorschlag der Fraktionsgemeinschft CDU/FDP an: "Wir wollen von der Stadtverwaltung ein Konzept einfordern mit dem Ziel, dass Erzieherinnen und Erzieher bereits in der Ausbildung bei der Stadt angestellt sind und damit auch eine Ausbildungsvergütung erhalten", so Dr. Dieter Füsslein (78, FDP) vom Fraktionsvorstand.

Der Vorschlag sei gut, reiche aber nicht aus, meint Brewig-Lange. Wichtig sei für die momentan überlasteten Kita-Mitarbeiter vor allem Zeit für eine ausreichende Vor- und Nachbereitung.

Kinder brauchen Betreuung. Das ist momentan in Chemnitz schwierig zu gewährleisten.
Kinder brauchen Betreuung. Das ist momentan in Chemnitz schwierig zu gewährleisten.  © 123RF

"Um eine ausreichende Betreuungsqualität gewährleisten zu können, fordern wir mindestens zwei Stunden in der Woche Vor- und Nachbereitungszeit", so Brewig-Lange.

Bis dahin müssen die Erzieher Extraschichten schieben: Nach TAG24-Informationen verpflichtet die Stadt seine Angestellten zu Mehrarbeit. Erzieher mit Teilzeitverträgen werden sogar angehalten, ihr Arbeitspensum auszuweiten.

Zum Personal-Notstand teilt die Stadt auf Nachfrage mit: "Die Betreuung der Kinder ist in allen Einrichtungen gewährleistet. Erzieherinnen und Erzieher aus Horten, welche in Teilzeit am Nachmittag arbeiten, unterstützen am Vormittag die Kindertageseinrichtungen, in denen es auf Grund der Personalsituation zu Engpässen kommt."

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