Wo ist unser Kita-Geld, lieber Stadtrat?

Im Streit um das Geld für Kindertagesstätten legt sich Bürgermeister Seidel mit dem Stadtrat an
Im Streit um das Geld für Kindertagesstätten legt sich Bürgermeister Seidel mit dem Stadtrat an

Von Dirk Hein

Dresden - Im Kita-Eigenbetrieb rumort es. Die neue Stadtratsmehrheit hält Bürgermeister Martin Seidel (39, parteilos) an der kurzen Leine und stellt viel weniger Geld zur Verfügung, als Seidel fordert. Der schlägt jetzt zurück.

Laut Seidel fehlen bis Ende 2016 elf Millionen Euro für dringend notwendige Investitionen.

„Werden die nicht nachgereicht, laufen wir Gefahr, den Kita-Rechtsanspruch nicht erfüllen zu können“, so Seidel. Damit nicht genug.

Weil immer mehr Eltern die neuen Kita-Angebote nutzen, steigen die Anmeldezahlen. Der Eigenbetrieb rechnet nach dem ersten Quartal mit jährlich 5,5 Millionen Euro Miesen zusätzlich.

Werden im aktuellen Kita-Streik sämtliche Gewerkschaftsforderungen erfüllt, türmen sich laut Seidel weitere 20 Millionen Euro pro Jahr obenauf. Eine Kita-Beitragserhöhung hat Rot-Grün-Rot dennoch vertagt.

„Linke, SPD und Grüne befinden sich auf einer finanzpolitischen Geisterfahrt“, ärgert sich Seidel. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Blümel (50) kontert.

„Das ist Stimmungsmache eines Bürgermeisters, der schon bald nicht mehr für Kitas verantwortlich ist. Falls tatsächlich Geld fehlen sollte, finden wir eine Lösung.“

Fotos: Rolf Vennenbernd, Steffen Füssel


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