Ausgerechnet Jatta! HSV macht auch dank Bakery gegen Hannover 96 alles klar

Hamburg - Was für eine Geschichte! Nicht nur, dass der Hamburger SV Hannover 96 klar mit 3:0 in die Schranken gewiesen hat, sondern auch, dass Bakery Jatta trotz der Diskussionen um seine Person einen Treffer zum Sieg bei steuerte. Vor 54.732 Zuschauern im Volksparkstadion erzielten der Gambier, Sonny Kittel und David Kinsombi die Tore für den großen HSV.

Adrian Fein bringt mit seiner Grätsche Hannovers Kapitän Marvin Bakalorz ins Straucheln.
Adrian Fein bringt mit seiner Grätsche Hannovers Kapitän Marvin Bakalorz ins Straucheln.  © Christian Charisius/dpa

HSV-Trainer Dieter Hecking, der einst 76 Pflichtspiele für die Roten absolvierte und sie drei Jahre lang trainierte, verzichtete gegenüber dem 4:2-Zittersieg beim Karlsruher SC auf Veränderungen.

Das bedeutete auch, dass für den eigentlichen Kapitän Aaron Hunt nur Platz auf der Bank blieb. Die Binde trug, wie in den Partien zuvor schon, Rick van Drongelen.

Nach einer anfänglichen Phase des Abtastens, in der die Gäste aus Hannover schnell klarmachten, dass sie mehr als nur einen Punkt aus Hamburg mitnehmen wollten, kam der HSV zu einigen Abschlüssen.

Doch weder Khaled Narey (8. Minute) noch Jan Gyamerah (9.), Sonny Kittel (12.) und David Kinsombi (14.) konnten 96-Keeper Ron-Robert Zieler ernsthaft prüfen. Der Weltmeister von 2014 parierte sicher.

Auf der Gegenseite versteckten sich die Hannoveraner ebenfalls nicht. Sowohl Rick van Drongelen als auch Gideon Jung konnten Marvin Ducksch am klaren Torabschluss hindern.

Nach rund 20 Minuten fehlte dem HSV vorne das Zielwasser, hinten stand die Abwehr aber sicher. Anschließend konnte die Hecking-Elf aus ihrer leichten Überlegenheit kein Kapital schlagen - bis zur 35. Minute.

HSV-Spielmacher Sonny Kittel brauch nur noch einschieben

Kollektiver Jubel: Die Mannschaft freut sich mit Sonny Kittel über seinen Treffer zum 1:0.
Kollektiver Jubel: Die Mannschaft freut sich mit Sonny Kittel über seinen Treffer zum 1:0.  © Christian Charisius/dpa

Dann schlug wieder einmal Kittel zu und das Volksparkstadion bebte. Nach einer schönen Ballstafette machte Narey auf rechts U21-Nationalspieler Waldemar Anton aus und sah in der Mitte den gut postierten Kittel.

Der Zehner musste den Ball aus fünf Metern nur noch ins Tor schieben. 1:0 für den großen HSV!

Bei diesem Ergebnis sollte es auch nach 45 Minuten bleiben. Obwohl die Hamburger erneut nach einem klasse Spielzug durch Kinsombi die große Chance zum 2:0 hatten. Doch der agile Mittelfeldmann brachte nicht genug Druck hinter den Ball, sodass 96-Keeper Zieler problemlos zupacken konnte.

In die zweite Hälfte starteten die Gäste aus Niedersachsen mit ordentlich Power, die Hausherren hielten jedoch dagegen und übernahmen schnell wieder das Kommando.

Nachdem Kittel in der 55. Minute das Tor noch verfehlte, machte es vier Zeigerumdrehungen David Kinsombi besser. Der Sechser stand nach einem Schuss von Narey genau richtig und brauchte den Zieler-Abpraller nur noch ein schieben.

So hatte sich Trainer Dieter Hecking das sicherlich vorgestellt. Schnell das 2:0 nachlegen und für Ruhe sorgen.

HSV-Angreifer Bakery Jatta macht den Deckel drauf

Bakery Jatta erzielte das 3:0.
Bakery Jatta erzielte das 3:0.  © Christian Charisius/dpa

Von Hannover kam nach dem Treffer nicht mehr viel, die Luft war raus. Auch, weil der HSV weiterhin sehr dominant auftraf.

Was bis dahin lediglich fehlte, war der dritte Treffer. Der blieb dem unermüdlich kämpfendem Bakery Jatta in der 71. Minute verwehrt. Nach Pass von Kinsombi verzog er freistehend vor Zieler.

Doch dann war 96 auf einmal wieder da. Erst scheiterte Hendrik Weydandt an HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes, anschließend fand Ducksch seinen Meister im Hamburger Schlussmann.

Kurz darauf machte der HSV endgültig den Deckel drauf. Jatta kam nach einem missglückten Abwehrversuch an den Ball und schoß den Ball an Zieler vorbei zum 3:0 in die Maschen. Der Volkspark stand Kopf! Der Torschütze jubelte ausgelassen und bedankte sich bei Trainer Hecking für seine Unterstützung. Besonders bemerkenswert: Die ganze Mannschaft stürmte zur Bank und jubelte mit dem Gambier.

Hannover versuchte zwar noch einmal alles, um wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, doch die 96er blieben offensiv ohne Erfolg.

Als Bakery Jatta in der 87. Minute das Feld für Bobby Wood verlassen musste, erhob sich das ganze Stadion und skandierte seinen Namen. Gänsehaut-Atmosphäre pur!

So blieb der Sieg des großen über den kleinen HSV am Ende mehr als verdient und dürfte die richtige Einstimmung auf das große Derby nach der Länderspielpause gewesen sein. Dann trifft der HSV auf den FC St. Pauli. Es gibt sicherlich schlechtere Ausgangspositonen als als Tabellenführer ans Millerntor zu reisen.

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