Klage gegen Fruchtbarkeitsklinik: Weißes Paar bekommt asiatisches Kind

Livingston (New Jersey, USA) - Am jahrelangen Versuchen schwanger zu werden, zerbrechen viele Ehen. Doch immer mehr nehmen das Geld in die Hand und versuchen ihr Glück in der Fruchtbarkeitsklinik. Bei Ehepaar Wasilewski/Koedderich hat es 2013 geklappt. Nun klagen die mittlerweile Geschiedenen, denn Drew Wasilewski ist nicht der biologische Vater.

Mutter hält ihr Kleinkind im Arm. (Symbolbild)
Mutter hält ihr Kleinkind im Arm. (Symbolbild)  © dpa/Jan Woitas

Das weiße Paar hat Klage gegen die Fruchtbarkeitsklinik "Saint Barnabas Medical Center" eingereicht. Kristina Koedderich und Drew Wasilewski wurden im Juli 2013 mit der Hilfe des Instituts schwanger.

Nach einiger Zeit fiel ihnen auf, dass ihre Tochter "asiatische Züge" entwickelte, erklären die nun Geschiedenen nbc news. Die Amerikaner entschieden sich für einen DNA-Test, es stellte sich heraus, dass Wasilewski zu "0 Prozent Wahrscheinlichkeit" der Vater des Kindes ist. Ein Schlag ins Gesicht der Familie.

Am Trauma und der Möglichkeit, dass Koedderich fremdgegangen war, scheitere die Ehe, so die Eltern. Die beiden nahmen an, dass das Krankenhaus Spermaproben vertauscht habe.

Daher verklagten sie die Klinik, und können nun aufatmen. Richter Keith Lynott hat entschieden, dass es dem Ex-Paar zusteht, die Informationen zum Spender zu erfahren.

Das stieß auf heftige Gegenreaktionen, die Klinik in New Jersey will die Privatsphäre anderer Patienten und Spender wahren. Dabei merkte Lynott an, dass allein die Daten von möglichen Vätern benötigt würden. Also von Spermaspendern, die zur Zeit dort waren, in der Kristina schwanger wurde.

Außerdem befürchtet der Anwalt des Paares, David Mazie, dass das Sperma von Wasilewski für andere Schwangerschaften genutzt wurde. Nur so können die Eltern den biologischen Vater des 6-jährigen Mädchens ausfindig machen.

Der 49-Jährige will seine Kinder kennen: "Ich denke, Kinder wollen wissen, wo sie herkommen. Und ich denke, ich bin ein sehr guter Mensch", so der enttäuschte Vater im Gericht, berichtet NJ.com.

Zusätzlich fordern sie Schadensersatz, für die bezahlten Behandlungen und den emotionalen Stress. Denn das Paar hatte 2012 500.000 Dollar (etwa 448.000 Euro) an die Klinik gezahlt, bestätigen die im Gericht abgegebenen Unterlagen.

Doch die Klinik wehrt sich vehement: "Wir sind eine Organisation, die sich aus leidenschaftlichen und aufopfernden medizinischen Arbeitskräften zusammenstellt, deren einziges Ziel es ist, den Patienten zu helfen, eine Familie zu gründen. [...] Wir nehmen die Situation sehr ernst", so Pressesprecher Ronn Torossian laut NYPost.

Außerdem habe das Paar für die Behandlungen eher zehn Prozent von der angedeuteten halben Millionen gezahlt, so die Klinik weiter.


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