Wo ist das Geld bloß geblieben? Kleckern statt Klotzen im Heckert

Von Doreen Grasselt

Ehrenamtler und Vereine helfen beim Putzen, organisieren Feste, beraten die Bürger im Heckert.
Ehrenamtler und Vereine helfen beim Putzen, organisieren Feste, beraten die Bürger im Heckert.

Chemnitz - Die Geldquellen fürs Heckert versiegen! Während Stollberg und Thalheim gerade neue Millionen aus dem Fördermittel-Topf „Die soziale Stadt“ (SSP) schöpfen, läuft das Programm in Chemnitz zum Ende des Jahres aus. Soziale Einrichtungen bangen um ihre Existenz.

Zwei Quartiermanager hat die Stadt im Heckert auf 1,5 Stellen verteilt. Die sollen sich um die fünf Stadtteile Kappel, Helbersdorf, Markersdorf, Morgenleite und Hutholz mit insgesamt 37 000 Einwohnern kümmern. Ab 2017 wird es nur noch eine Stelle geben, die nächsten Monat ausgeschrieben wird.

Linke-Stadträtin Sabine Pester (31) befürchtet, dass damit auch das soziale Engagement eingedampft wird: „Ansprechpartner vor Ort werden weniger, Stadteil- oder Integrationsfeste fallen gänzlich weg.“

Die Stadt habe auf zu großem Fuß geplant, schimpft Stadtrat Jörg Vieweg (45, SPD): „Mit den Kürzungen zerschlagen wir alles, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben.“

Stadtrat Jörg Vieweg (45, SPD). Das Heckertgebiet ist noch immer sozialer Brennpunkt in Chemnitz.
Stadtrat Jörg Vieweg (45, SPD). Das Heckertgebiet ist noch immer sozialer Brennpunkt in Chemnitz.

Die Verwaltung hat ab Januar 2017 sieben Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) für Chemnitz beantragt. Bewilligt wurden allerdings nur 2,45 Millionen Euro. Davon sollen bis 2020 rund 900 000 im Heckert investiert werden.

„Im Ergebnis können nur die dringendsten Vorhaben begonnen werden“, so Baubürgermeister Michael Stötzer (43, Grüne).

„Damit wird es schwierig für uns, den Bedarf zu decken“, befürchtet Manuela Werner (41), Leiterin des Bürgernetzwerks Chemnitz-Süd. 20 Ehrenamtler und zwei Festangestellte sind hier verantwortlich für Stadtteilfeste, Frühjahrsputz, Stadteilzeitung und Beratung. Werner: „Wir nehmen Ängste, bevor es eskaliert.“

Fotos: Matthias Lippmann, Quartiersmanagement, Andreas Wetzel


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