Warum klaute diese Frau Kampffische?

Auch Kampffische klaute die 32-jährige Kellnerin. Jetzt wird ihr der Prozess gemacht.
Auch Kampffische klaute die 32-jährige Kellnerin. Jetzt wird ihr der Prozess gemacht.

Von Steffi Suhr

Dresden - Schier wahllos zog Marleen N. (32) durch die Geschäfte: Sie stibitzte Reber Mozart Pastete ebenso wie Lebensmittel, LED-Leisten, Werkzeuge oder Receiver, Schuhe oder Koffer. Sogar in einem Zoogeschäft im Elbe Park ging sie auf Beutezug!

„Eine Schwimmpflanze, eine Terrarienpflanze, Fischfutter und zwei Kampffische“, zählte der Staatsanwalt auf. Insgesamt sackte die gelernte Kellnerin so Waren für gut 2600 Euro ein.

„Es tut mir leid“, sagte die Angeklagte nun kleinlaut im Landgericht. „Das meiste wollte ich verkaufen, um Geld für Drogen zu haben. Aber die Fische nicht. Die wollte ich behalten.“

Dazu kam es nie: Marleen wurde immer wieder erwischt, angezeigt und ging erneut klauen …

Marleen N. (32) stibitzte scheinbar alles, was nicht niet- und nagelfest war.
Marleen N. (32) stibitzte scheinbar alles, was nicht niet- und nagelfest war.

„Solange ich Arbeit hatte, reichte das Geld auch für Drogen“, so die Frau, die bei einer großen Bäckerei-Kette in Dresden arbeitete. „Aber mein Vertrag wurde nicht verlängert, da fehlte dann das Geld.“

Ihr eigenes Geld reichte offenbar nicht mal für eine Fahrkarte: Einem DVB-Kontrolleur legte Marleen eine stümperhafte Totalfälschung einer Monatskarte vor: eine ausgeschnittene, auf Pappe geklebte Kopie.

Besonders fies: Um Drogengeld zu organisieren, beklaute Marleen sogar ihren eigenen Opa. Sie mauste ihm die Kreditkarte, hob 1000 Euro ab.

„Ich habe mich schon bei ihm entschuldigt“, sagte die Enkelin mit gesenktem Kopf. Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Holm Helis


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