Damit schaden wir alle der Umwelt noch viel mehr, als beim Fliegen

Netz - Wir alle schaden der Umwelt jeden Tag mehr, als wir vielleicht erst dachten. TAG24 erklärt, wie das zustande kommt und was wir dagegen tun können.

In einem Rechenzentrum stehen massig Computer, die unsere Suchanfragen verarbeiten (Symbolbild).
In einem Rechenzentrum stehen massig Computer, die unsere Suchanfragen verarbeiten (Symbolbild).  © dpa/Lino Mirgeler

Denn das Surfen im Netz ist der Stromfresser Nummer eins! Forscher sind sich mittlerweile sogar sicher, dass es mehr Schaden verursacht, als das beim Fliegen mit Flugzeugen der Fall ist.

Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieur Ralph Hintemann vom Borderstep-Institut ist sich damit sehr sicher, teilte er gegenüber dem Stromerzeuger Eon mit.

Er erklärt weiter, dass alles, was wir im Netz suchen, an E-Mails verschicken und empfangen, streamen und sinnlos rumdaddeln, Energie verbraucht.

Weil im Internet nichts ohne Rechner geht, die unsere Aktivitäten verarbeiten, sind diese oft überlastet und müssen gekühlt werden, um weiter zu funktionieren, erklärt Hintermann.

Der normale Stromverbrauch der Rechenzentren und die dort eingesetzte Kühlung sei ein enormer Stromfresser.

Zwölf Kilowattstunden Strom verbraucht allein Google in einer einzigen Sekunde. Das Unternehmen gab nämlich an, etwa 40.000 Suchanfragen je Sekunde zu erhalten. Eine Suchanfrage verbrauche 0,3 Wattstunden.

Streaming extrem umweltschädlich

Während ein normaler Haushalt in einem Jahr durchschnittlich 2500 Kilowattstunden verbraucht, liegt der Strombedarf aller Rechenzentren auf der Welt bei 200 Milliarden Kilowattstunden. Das ist in etwa so viel, wie alle Haushalte in Deutschland, Polen und Italien zusammen in einem Jahr verbrauchen - nur mit Surfen im Netz!

Über die Hälfte des Verbrauchs (etwa 58 Prozent) soll dabei auf das Streamen von Videos fallen, berechnete der kanadische Netzwerkausrüster Sandvine.

Das können wir tun, um den Stromverbrauch im Rechenzentrum zu senken

Streamen, beispielsweise auf Apple tv+, verbraucht sehr viel Strom (Symbolbild).
Streamen, beispielsweise auf Apple tv+, verbraucht sehr viel Strom (Symbolbild).  © 123RF/adrianhancu

Nicht nur das Empfangen von E-Mails, das Hochladen von Videos oder das Posten auf Instagram verursacht den großen Strombedarf. Dadurch, dass die Daten immer bereitstehen müssen und deshalb dauerhaft gespeichert werden, müssen immer mehr Rechner und Rechenzentren in Betrieb genommen werden.

Eon gab deshalb zahlreiche Tipps auf den Weg zu einem grüneren Surf-Verhalten:

  • anstatt zu streamen, könnte man seine Lieblingsfilme auf einer DVD ansehen
  • E-Mail regelmäßig löschen, um Speicherplatz freizugeben
  • Spam- und Werbe-Mails automatisch nach einigen Tagen löschen lassen
  • anstelle von Mails lieber einmal kurz anrufen
  • besser bedenken, was in der Cloud gespeichert wird, alte Dateien gegebenenfalls löschen - manches hat auch auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte Platz
  • anstelle konkrete Webseiten zu googeln, direkt aufrufen

Selbst wenn jeder von uns nur ein wenig auf diese Punkte achtet, ließe sich schon sehr viel CO2 einsparen.

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