Alarmstufe Rot: So will Sachsen den Dürre-Kollaps verhindern

Dresden - Die Äcker vertrocknen, die Wälder sterben, die Städte überhitzen: Dürre ist die neue Realität, sagt Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (47, Grüne). 
Ausgetrocknet: Viel Sonne und wenig Regen haben Dresdens Elbufer empfindliche Trocknungsrisse eingeschrieben. Das sächsische Umweltministerium will nun die Klimafolgen mit einer Langfrist-Strategie abfedern.
Ausgetrocknet: Viel Sonne und wenig Regen haben Dresdens Elbufer empfindliche Trocknungsrisse eingeschrieben. Das sächsische Umweltministerium will nun die Klimafolgen mit einer Langfrist-Strategie abfedern.  © DPA/Robert Michael

Eine gigantische Herausforderung, die das Land mit einem Notfall-Plan bewältigen will.

Im "Dürremonitor" des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung sind die Karten dunkelrot. Rot steht für Dürre. Laut Wetterdaten fehlten in Sachsen von November 2017 bis Dezember 2019 rund 335 Liter Niederschlag ‎pro Quadratmeter.

Und es wird nicht besser: Die Klimaprojektionen des Landesamts für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft (LFULG) bis ins Jahr 2100 gehen von einer Erwärmung um bis zu fünf Grad Celsius aus und von einem Rückgang der Niederschläge um bis zu 30 Prozent im Jahresmittel. 

Die Folge: sinkende Grundwasserspiegel, ausgetrocknete Äcker, sterbende Wälder.

Die Entwicklung ist alarmierend. Oder? "Ich sehe die Trockenheit nicht als Sorge, sondern als Aufgabe", sagt Umweltminister Günther. Aber das werde Jahrzehnte dauern. Deshalb müsse jetzt jeder Schritt sitzen.

Spröde: Nicht nur Flussufer, auch Ackerböden sind ausgetrocknet und zeigen tiefe Risse.
Spröde: Nicht nur Flussufer, auch Ackerböden sind ausgetrocknet und zeigen tiefe Risse.  © dpa/Patrick Pleul
Staubtrocken: Werden Sachsens Felder gepflügt oder nur noch abgestaubt? Landwirte fahren wegen der anhaltenden Trockenheit Verluste ein.
Staubtrocken: Werden Sachsens Felder gepflügt oder nur noch abgestaubt? Landwirte fahren wegen der anhaltenden Trockenheit Verluste ein.  © dpa/Sebastian Willnow
Umweltminister Wolfram Günther (47, Grüne).
Umweltminister Wolfram Günther (47, Grüne).  © dpa/Sebastian Kahnert

Es gibt auch einen Lichtblick

Heu oder Gras? Kühe finden auf einigen Wiesen kaum noch was zu futtern.
Heu oder Gras? Kühe finden auf einigen Wiesen kaum noch was zu futtern.  © dpa/Jan Woitas

Das LFULG hat unter seiner Regie eine Strategie entwickelt. Sie sieht unter anderem vor, den schwer angegriffenen Wald als natürlichen Wasserspeicher umzubauen. Also keine Kahlschläge mehr, keine Monokultur und keine Altersreinbestände.

In Städten geht es um Beschattung und Wasserspeicherung. Alte Bahnstrecken sollen als Windschneisen dienen, Fassaden und Dächer begrünt, Gießaktionen für Bäume Normalität werden.

"Jeder Tropfen Wasser, den ich im Boden habe, ist kostbar", betont Günther. Das stellt auch die Landwirtschaft vor besondere Herausforderungen.

Aktuell gibt es einen Lichtblick: Bei den Trinkwasser-Talsperren ist der Füllstand insgesamt wieder in Ordnung. 



Titelfoto: dpa/Robert Michael/dpa/Sebastian Kahnert

Mehr zum Thema Klimapolitik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0