40 Cent mehr pro Liter! Preis-Schock droht an der Zapfsäule

Berlin - Die Preise an den Tankstellen kennen seit Wochen scheinbar nur eine Richtung: nach oben. Knüppeldick könnte es schon 2022 kommen – wegen des Klimaschutzes.

Solange die meisten Autos noch mit Sprit fahren, sind die Kraftstoffpreise für viele Menschen relevant.
Solange die meisten Autos noch mit Sprit fahren, sind die Kraftstoffpreise für viele Menschen relevant.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Erst im August erreichten die Preise für Benzin und Diesel einen Höhepunkt. Wie der ADAC ausgewertet hat, waren sie auf dem Höchststand des Jahres.

Der Liter Super E10 kostete im Monatsmittel 1,557 Euro, Diesel war für 1,386 Euro zu haben. Je nach Region und Tag war allerdings mehr oder weniger zu zahlen. Im August 2020 gab es den Liter Super E10 im Schnitt für 1,248 Euro und Diesel für durchschnittlich 1,082 Euro je Liter – Coronakrise und niedrigen Ölpreisen sei Dank.

Grund für die hohen Preise in diesem August ist laut ADAC der Sommerreiseverkehr. Unabhängig davon wird Sprit aber weiter teurer werden. Ab dem Jahr 2022 steigt die CO2-Steuer, sodass der Liter Benzin etwa 1,4 Cent und Diesel 1,5 teurer werden.

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Bis 2025 verteuert sich Kraftstoff im Vergleich zu heute um 8 bis 9 Cent. Das ist bereits gesetzlich festgelegt. Es könnten aber bis zu 40 Cent pro Liter werden, berichtet die Bild unter Berufung auf eine Studie, die das Handelsblatt zitiert.

Das sagen CDU und SPD zu drohenden Preissteigerungen

Wie stark steigen die Preise an Tankstellen im kommenden Jahr?
Wie stark steigen die Preise an Tankstellen im kommenden Jahr?  © Julian Stratenschulte/dpa

Basis für die Rechnung ist, dass der CO2-Preis um das Sechsfache steigen muss, damit 20 Millionen Tonnen des Treibhausgases durch weniger Autofahrten eingespart werden.

Diese Menge stößt der Verkehr vermutlich im kommenden Jahr zu viel aus. Das von der Großen Koalition im Jahr 2019 beschlossene und in diesem Jahr verschärfte Klima-Paket verpflichtet die Regierung aber zu Sofortmaßnahmen im betroffenen Sektor, sollten die gesteckten Klimaschutzziele nicht erfüllt werden.

Was genau getan wird, ist zwar der kommenden Regierung überlassen, doch es muss schnell gehen. Der Griff zur Preisschraube wäre eine naheliegende Lösung.

Es ist allerdings kaum vorstellbar, dass SPD und Union den Menschen innerhalb kurzer Zeit eine so drastische Preiserhöhung zumuten.

Dementsprechend fordert CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (35) in der Bild: So eine "krasse Preissteigerung ist zu verhindern". Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) spricht sich für den eingeschlagenen Weg des moderaten Anstiegs und gegen dramatische Erhöhungen aus.

Titelfoto: Montage: Julian Stratenschulte/dpa, Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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