Kohle-Ausstieg beschlossen, doch Greta Thunberg sagt nur "blah, blah, blah"

Glasgow - Zwei Wochen lang stritten sich Tausende Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten aus aller Welt, wie der Klimawandel vielleicht doch noch aufzuhalten sei. Am Ende einigte sich die UN-Klimakonferenz von Glasgow auf eine Erklärung, die erstmals vom Abbau der Kohleenergie spricht. Klingt gut, aber ist es das auch wirklich?

Greta Thunberg (18) geht der COP26-Beschluss nicht weit genug.
Greta Thunberg (18) geht der COP26-Beschluss nicht weit genug.  © dpa/PA Wire/Jane Barlow

"Das fossile Zeitalter geht zu Ende, die Energiewende wird weltweit zum Leitbild", freute sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (53, SPD) über den kurz vor knapp geschlossenen Deal, die Abhängigkeit von der Kohle schrittweise abzubauen und "ineffiziente" Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen.

Doch ist das wirklich genug?

Nein, sagt EU-Kommissar Frans Timmermans (60). "Ich flehe euch an, nehmt diesen Text an", hatte der noch kurz vor Ende der Konferenz in den Raum gerufen. Umso frustrierter war er dann, als der ursprünglich im Abschlusstext eingeplante Ausstieg aus der Kohle dann doch noch auf Druck von China und Indien in letzter Minute aufgeweicht wurde.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres (72) zeigte sich sichtlich unzufrieden. "Es ist ein wichtiger Schritt, aber es ist nicht genug. Es ist Zeit, in den Notfallmodus zu gehen", so der Portugiese auf Twitter.

Auch wenn der Kohle-Kompromiss mancherorts als historisch gefeiert werde, sei der kollektive politische Wille "nicht ausreichend gewesen, um einige tiefe Widersprüche zu überwinden".

Greta Thunberg zu COP26-Beschluss: "Blah, blah, blah"

Drastischer fiel nur noch das Fazit der Klimaaktivisten aus. Fridays-for-Future-Anführerin Greta Thunberg (18) schrieb: "COP26 ist vorbei. Hier ist eine kurze Zusammenfassung: Blah, blah, blah."

Ihre deutsche Kollegin Luisa Neubauer (25) bezeichnete die Abschlusserklärung als einen "Betrug an allen jungen Menschen auf dieser Welt, die darauf setzen, dass sich Regierungen um ihre Zukunft kümmern".

Das wurde noch auf der Weltklimakonferenz COP26 beschlossen

Wasserwege schlängeln sich durch Marschland auf St. Helena Island. In einigen Teilen der USA haben sich die Risiken des Klimawandels so weit verschärft, dass Gemeinden erwägen, ihr Land der Natur zu überlassen.
Wasserwege schlängeln sich durch Marschland auf St. Helena Island. In einigen Teilen der USA haben sich die Risiken des Klimawandels so weit verschärft, dass Gemeinden erwägen, ihr Land der Natur zu überlassen.  © dpa/AP/Rebecca Blackwell

Neben dem Kohle-Kompromiss bekannten sich die rund 200 teilnehmenden Staaten übrigens noch zum Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Bis Ende 2022 sollen bisher unzureichende Klimaschutzpläne nachgeschärft werden.

Weiter wird es künftig deutlich mehr Hilfen für arme Staaten geben, damit diese sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Konkret werden sie bis Ende 2025 auf jährlich 40 Milliarden Dollar verdoppelt.

Auch ein Geldtopf für Hilfen bei Klimaschäden und Verlusten soll eingerichtet werden.

Titelfoto: Montage: dpa/AP/Rebecca Blackwell, dpa/PA Wire/Jane Barlow

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