Steinkohle-Kraftwerk besetzt: Aktivisten gelangen auf Gelände

Mannheim - Klimaaktivisten haben am frühen Samstagmorgen Teile des Mannheimer Steinkohlekraftwerks besetzt.

Blick auf den Block 9 des Steinkohlekraftwerks. (Archiv)
Blick auf den Block 9 des Steinkohlekraftwerks. (Archiv)  © Uwe Anspach/dpa

Es hätten sich fünf bis sechs Menschen Zugang zum Gelände verschafft, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. 

Die Aktivisten befinden sich demnach auf dem Dach einer Kohleförderanlage. Das Förderband des Kraftwerkblocks sei gestoppt worden.

Aktivisten hatten den Betrieb des Meilers immer wieder kritisiert und das Großkraftwerk als "Klimakiller" bezeichnet. 

Vor einem Jahr waren etwa 100 Menschen in das Areal des Kraftwerks eingedrungen. Damals blockierten sie die Zufahrt und ein Förderband (TAG24 berichtete).

Betreiber des Kraftwerks sind die drei Energiekonzerne RWE (Essen), EnBW (Karlsruhe) und MVV (Mannheim). 

2015 ging der 1,2 Milliarden teure Block 9 ans Netz. Er hat eine Leistung von knapp 2150 Megawatt.

In Berlin besetzten ebenfalls am Samstagmorgen rund 20 Aktivisten ein Heizkraftwerk, um für einen schnelleren Kohleausstieg zu demonstrieren. 

Mehrere von ihnen befanden sich auf den Türmen des Kraftwerks in Moabit. Sie hatten ein Transparent mit der Aufschrift "Wer uns räumt, ist für Kohle!" entrollt.

Update: 11.59 Uhr

SEK beendet Besetzung: Fünf Festnahmen

Wie die Polizei mitteilt, wurde die Besetzung des Kraftwerkblocks noch am Samstagvormittag, kurz nach 10 Uhr, durch einen SEK-Einsatz beendet. 

"Das 'Höheninterventionsteam' des Spezialeinsatzkommando Baden-Württemberg war im Einsatz und nahm die fünf Blockierer, drei Frauen und zwei Männer, vorläufig fest", schreiben die Beamten. 

Die durch die Besetzung blockierte Kohleförderanlage ging gegen 10.45 Uhr wieder in Betrieb. Die Ermittlungen dauern an.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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