Ozonloch über dem Nordpol: Forscher entdecken erstmals Schäden über der Arktis

Oberpfaffenhofen - Mehrere Forschergruppen haben zum ersten Mal ein Ozonloch über der Arktis festgestellt. 

Über der Arktis wurde starker Ozonabbau in der Atmosphäre festgestellt. (Archivbild)
Über der Arktis wurde starker Ozonabbau in der Atmosphäre festgestellt. (Archivbild)  © David Goldman/AP/dpa

Atmosphärenforscher beobachteten dies über Satellitendaten erstmals in voller Ausprägung, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München am Mittwoch mit. 

Von einem Ozonloch sprechen die Forscher, wenn die Schutzschicht so dünn wird, dass sie den Normalwert um etwa ein Drittel unterschreitet. 

Schon zuvor war ein starker Ozonabbau über dem Nordpol festgestellt worden. Dies sei durch die außergewöhnlich langanhaltenden und starken Polarwinde in den vergangenen zwei Monaten begünstigt worden.

"Es ist im Moment ein wirkliches Ozonloch, wie wir es über der Arktis noch nie gesehen haben, aber wie wir es kennen aus der Antarktis. Das ist ein sehr besonderes Ereignis", sagte der Klimaforscher Martin Dameris vom DLR. 

Das Ozonloch über der Arktis werde sich voraussichtlich in zehn Tagen wieder schließen.

Das Bild zeigt die Ausdehnung der Ozonkonzentration (oben) über der Antarktis (Weiss) am 03.11.2019. 
Das Bild zeigt die Ausdehnung der Ozonkonzentration (oben) über der Antarktis (Weiss) am 03.11.2019.  © ---/ESA/dpa

Insgesamt nimmt den Wissenschaftlern zufolge die Ozonschicht aber weltweit wieder zu. Das Verbot der Produktion und Nutzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und anderen Ozon zerstörenden Substanzen greife.

Parallel zu den Forschern in Oberpfaffenhofen hatten Wissenschaftler der Abteilung Atmosphärenphysik des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven das erste Ozonloch über dem Nordpol vermeldet.

Titelfoto: David Goldman/AP/dpa, ---/ESA/dpa

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