Klimaschützer beschmieren Wände und kleben sich an Ölgemälde fest

Glasgow (Großbritannien) - Die Aktionen einiger Klimaschützer werden immer radikaler. Am Mittwoch stürmten Aktivisten ein Museum, beschmierten Wände und klebten sich an einem Kunstwerk fest - Erst nach Stunden war der Spuk vorbei. Die Klimaschützer wurden festgenommen.

Zwei Frauen klebten sich an einem Ölgemälde fest. Andere Klimaschützer verunstalteten derweil die Wände des Museums mit Graffiti.
Zwei Frauen klebten sich an einem Ölgemälde fest. Andere Klimaschützer verunstalteten derweil die Wände des Museums mit Graffiti.  © juststopoil.org

Diese befremdliche Aktion beschäftigt momentan viele Menschen in Großbritannien, wie Daily Mail berichtet.

Demnach gelangten fünf Klimaschützer am Mittwochnachmittag in das altehrwürdige Kelvingrove Kunstmuseum im Herzen der schottischen Metropole Glasgow, brachten Graffitis an den Wänden an und klebten sich dann an den Rahmen eines unersetzbaren Öl-Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert.

Dann machten es sich die Aktivisten mit einem Campingstuhl gemütlich und warteten auf die alarmierte Polizei. Sie nennen ihre Aktion "zivilen Ungehorsam", für Kunstliebhaber dürfte es dagegen einfach nur Vandalismus sein.

Das Museum blieb den ganzen Tag geschlossen, die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Das Kelvingrove Kunstmuseum blieb den ganzen Tag geschlossen.
Das Kelvingrove Kunstmuseum blieb den ganzen Tag geschlossen.  © juststopoil.org
Die Klimaschützer hatten sich offenbar auf eine lange Aktion eingestellt: Sie brachten einen Campingstuhl mit.
Die Klimaschützer hatten sich offenbar auf eine lange Aktion eingestellt: Sie brachten einen Campingstuhl mit.  © juststopoil.org

Video: Die Aktivisten kleben sich im Museum fest

Aktivisten hatten es auf ein Gemälde von Horatio McCulloch abgesehen

Kunststudentin Hannah (20) klebt sich lieber an Kunst, anstatt welche zu machen.
Kunststudentin Hannah (20) klebt sich lieber an Kunst, anstatt welche zu machen.  © juststopoil.org

Noch während ihrer Aktion gaben die Studenten reichlich Statements.

Kunststudentin Hannah Torrance-Bright (20) beklagte: "Ich bin Künstlerin, ich liebe Kunst, doch anstatt meine Zeit mit Kunstmachen zu verbringen, mache ich Aktionen wie diese und werde von unserem Rechtssystem dafür bestraft"

Sie flehte die Regierung an, ihrer Generation eine Zukunft zu geben, erklärte die 20-Jährige ihre Motivation.


"Just Stop Oil": Fünf Aktivisten festgenommen

Aktivistin Emma (30) hält eine Rede im Foyer des Museums.
Aktivistin Emma (30) hält eine Rede im Foyer des Museums.  © juststopoil.org

Deutlich radikaler gab sich Emma Brown (30).

"Wenn ihr euch mehr über diese Aktion ärgert, als über Mütter die in Indien an einen Hitzeschlag sterben und verwaiste Babys zurücklassen, die nach Muttermilch schreien, müsst ihr eure Prioritäten neu setzten", fand die junge Frau.

"Sie scheinen zu glauben, dass es ausreicht, eine Ausstellung über den Klimawandel zu veranstalten, anstatt die volksmörderischen Pläne der Regierung, neue Öl- und Gasvorkommen zuzulassen, infrage zu stellen. Das ist inakzeptabel", ergänzt die Aktivistin.

Die fünf Aktivisten der Gruppe "Just Stop Oil" wurden laut Polizeiangaben festgenommen: Vier Frauen und ein Mann: alles Studenten.

Das Bild mit dem Titel "Mein Herz ist in den Highlands" des schottischen Malers Horatio McCulloch (1806 bis 1867) wurde glücklicherweise nicht stark beschädigt.

Titelfoto: Montage: juststopoil.org

Mehr zum Thema Klimawandel: