Klimaschützer gegen Dresdner Ski-Weltcup

Dresden - Der dritte Dresdner Ski-Weltcup am Elbufer steht in den Startlöchern. Für das diesjährige Spektakel karren die Veranstalter keinen Naturschnee heran. Stattdessen lassen sie seit Wochen Kunstschnee produzieren. Umweltschützer kritisieren das Sport-Event.

Schädliche Klimagase: Christian Bläul (38) von der Dresdner Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" kritisiert den Ski-Weltcup.
Schädliche Klimagase: Christian Bläul (38) von der Dresdner Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" kritisiert den Ski-Weltcup.  © Petra Hornig

Am Mittwochabend beginnt die Anlieferung des Kunstschnees. 120 Lkw-Fahrten vom Flughafen-Depot zum Königsufer sind nötig.

"Dabei werden viele schädliche CO2-Emissionen freigesetzt", sagt Klimaschützer Christian Bläul (38) von der Dresdner Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion".

Kritisch sieht er auch die Produktion des Kunstschnees mit Regenwasser. Für die benötigten 4500 Kubikmeter laufen zwei Maschinen ("Snowfactory") in einer Halle am Airport.

Sie sind täglich 24 Stunden in Betrieb, die erste bereits seit 23. November. "Wir nutzen ausschließlich grünen Strom der DREWAG", sagt Daniela Möckel (23), Sprecherin der Organisatoren "City Ski GmbH".

Das sei zwar löblich, so Bläul. "Der Strom kommt jedoch aus einem Gesamtnetz, das zu 46 Prozent aus nicht erneuerbaren Energien gespeist wird. Aufgrund der Klimakrise müssen wir uns unbedingt auf klimafreundliche Sportarten beschränken. Am besten ohne Heizung oder Kühlung, ohne Motoren oder Stromverbrauch", fordert Bläul.

Ein Rollski-Cup etwa würde ohne Schnee auskommen. Dabei handele es sich aber um eine andere Sportart, lehnen die Veranstalter ab.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält den Weltcup in Dresden für "nicht zeitgemäß". Landesgeschäftsführer David Greve (45): "Wir erleben, dass hier kein Winter stattfindet, schaffen ihn künstlich. Um die Energiewende zu schaffen, dürfen wir keine Energie verschwenden."

Damit die Athleten in Dresden starten können, wird jede Menge künstlicher Schnee benötigt.
Damit die Athleten in Dresden starten können, wird jede Menge künstlicher Schnee benötigt.  © Eric Münch
Hoher Stromverbrauch: Diese beiden Schnee-Maschinen produzieren am Flughafen mit gesammeltem Regenwasser seit Wochen rund um die Uhr Kunstschnee.
Hoher Stromverbrauch: Diese beiden Schnee-Maschinen produzieren am Flughafen mit gesammeltem Regenwasser seit Wochen rund um die Uhr Kunstschnee.  © City Ski GmbH

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