Wildgänse am Rhein: Was der Klimawandel für Zugvögel bedeutet

Kranenburg/NRW - Das milde Wetter in NRW ist nach Angaben einer Expertin kein Zeichen für die arktischen Wildgänse am Niederrhein, frühzeitig nach Norden aufzubrechen.

Eine Gruppe Wildgänse fliegt über einen Rheinarm bei Bislich. (Archivaufnahme)
Eine Gruppe Wildgänse fliegt über einen Rheinarm bei Bislich. (Archivaufnahme)  © Horst Ossinger/dpa

"Wir wissen, dass viele Arten, die ziehen, grundsätzlich Probleme haben, sich an den Klimawandel anzupassen", sagte die Gänse-Expertin von der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein in Kranenburg (Kreis Kleve), Mona Kuhnigk.

Neben einer genetischen Veranlagung lernten Wildgänse von den Eltern, wann die beste Zeit für den Vogelzug sei, sagte die Landschaftsökologin Kuhnigk: "Dadurch, dass die Tiere über viele Jahre Informationen zum Wetter gesammelt haben, ist das nichts, was sich kurzfristig verändert."

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren der November, Dezember und bisher auch der Januar landesweit zu warm.

Vor allem die Tage im Januar stechen demnach mit rund drei Grad über dem langjährigen Mittel heraus. Die Durchschnittstemperatur liegt demnach bisher zwischen 4,1 bis 4,5 Grad.

Mit Zehntausenden überwinternden Tieren ist am Niederrhein noch bis Ende Februar die Hoch-Zeit der arktischen Wildgänse. Ohne Schnee hätten sie jetzt gute Bedingungen bei der Futtersuche, sagte Kuhnigk.

Der Niederrhein ist das wichtigste Überwinterungsgebiet für die arktischen Vögel westlich der Elbe. Seit den 1960er Jahren fliegen die Wildgänse aus dem 6000 Kilometer entfernten Sibirien zum Überwintern in die Region.

Der Rhein bietet den Tieren den Angaben nach mit seinen Seiten- und Altarmen einen idealen Schlafplatz. Aber auch Seen werden zum Trinken oder Schlafen genutzt.

Wildgänse im Flug.
Wildgänse im Flug.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Horst Ossinger/dpa

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