Eine Woche vor Silvester: Bundespolizei warnt vor Tschechen-Böllern

Klingenthal - Vorsicht vor Feuerwerk aus Tschechien! Die Böller sind nicht nur gefährlich, sondern zum Teil auch illegal.

Auf eine Sprengplatz werden Böller aus dem Ausland kontrolliert gesprengt. (Symbolbild)
Auf eine Sprengplatz werden Böller aus dem Ausland kontrolliert gesprengt. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Kurz vor Silvester steigt wieder die Zahl derer, die mal schnell über die Grenze nach Tschechien fahren, um sich mit Böllern, Feuerwerk und Co. einzudecken.

"Die Bundespolizei steht diesem Einkaufstourismus grundsätzlich skeptisch gegenüber. Zwar herrscht in Europa freier Warenverkehr, der auch diese Artikel umfasst, die Feststellungen im Rahmen intensivierter Fahndungskontrollen führen jedoch regelmäßig zum Auffinden von Pyrotechnik, die so in Deutschland nicht in den Verkauf gebracht werden dürfte", teilt die Bundespolizei aus Klingenthal mit.

Dabei handelt es sich meistens um Feuerwerkskörper, die keine Prüfzeichen haben oder einer Kategorie angehören, die in Deutschland nur professionelle Feuerwerker mit nachgewiesener Fachkenntnis und einer behördlichen Erlaubnis nutzen dürfen.

Auch am vergangenen Wochenenden entdeckten Beamten wieder illegale Pyrotechnik: Bei der Kontrolle eines BMW in Klingenthal fanden die Polizisten 44 Feuerwerkskörper die ein Mann (45) aus dem Raum München in Tschechien gekauft hatte. Wegen der Kategorisierung durfte der 45-Jährige die Pyrotechnik aber gar nicht besitzen.

Bei Verstößen drohen bis 50.000 Euro Strafe

Die Kollegen der Bundespolizei in Chemnitz entdeckten in der vergangene Wochen bei drei Jugendlichen (16, 17, 18) verbotene Böller. Die drei hatten bei der Kontrolle in Oberwiesenthal insgesamt 239 Feuerwerkskörper mit einer Explosivmasse von 2,5 Kilogramm dabei (TAG24 berichtete). Die Böller waren erlaubnispflichtig beziehungsweise gar nicht zugelassen.

"Solche und ähnliche Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz werden als Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten zur Anzeige gebracht, die Gegenstände eingezogen und vernichtet", so die Bundespolizei.

Die Kosten, die bei der Vernichtung der Böller entstehen, müssen diejenigen, die damit erwischt wurden, selber tragen.

"Die Bundespolizeiinspektion Klingenthal rät daher, sich vor einem Kauf genau zu informieren und im Zweifel davon Abstand zu nehmen."

Was viele nicht wissen: Nicht nur der Besitz von illegalen Sprengkörpern, auch die Weitergabe und das Abbrennen der nicht zugelassenen Feuerwerkskörper sind unter Strafe gestellt. Verstöße können mit einer Geldstrafe bis zu 50.000 Euro oder sogar einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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