Sachsen-Adler Freitag sucht beim Weltcup in Klingenthal seine Form

Klingenthal - Freitag ist kein freier Tag für Freitags. Am Freitag gehen die Geschwister Selina (18) und Richard Freitag (28) erstmals gemeinsam bei einem Weltcup an den Start. Die Qualifikationen für die Einzel-Wettkämpfe am Sonnabend (Frauen) und Sonntag (Herren) gehen in der Vogtland Arena über die Bühne. Mit dem großen Bruder hat sich TAG24 im Vorfeld unterhalten.

Am Freitag erstmals mit Schwester Selina an einem Ort am Start: Richard Freitag (28).
Am Freitag erstmals mit Schwester Selina an einem Ort am Start: Richard Freitag (28).  © Karl-Josef Hildenbrand

TAG24: Richard, erstmals gehen in Klingenthal Frauen und Männer gleichzeitig über den Bakken. Das erste Mal für Sie und Selina?

Freitag: "Nicht ganz, wir hatten das beim Sommer-Grand-Prix schon einmal. Aber in diesem großen Rahmen bei einem Weltcup ist das eine Premiere und demzufolge auch für uns beide."

TAG24: Eine coole Sache für das Freitag-Duo?

Freitag: "Klar. Wenn Sie Selina fragen würden, würde sie genauso antworten: Eine coole Sache, auch weil es hier in Klingenthal ist. Es ist ja ihre erste Saison im Weltcup und sie macht das gut, hat sich enorm entwickelt, seit sie in Oberstorf trainiert. Ihre Sprünge in Lillehammer vorige Wochen waren stark. Sie tastet sich da so langsam rein."

TAG24: Apropos reintasten: Wenn man Ihre ersten vier Wettkämpfe der Saison sieht, könnte man auch noch vom Reintasten sprechen oder?

Freitag: "Das ist vielleicht sogar das richtige Wort. Die Sprünge sind an sich nicht schlecht. Aber irgendetwas fehlt. Ich habe noch ein kleines technischen Problem vom Absprung in den Übergang zum Flug. Das ist noch nicht ganz stimmig. Ich habe jetzt auch mit meinem Heimtrainer Tino Haase daheim in Oberwiesenthal getüfftelt und trainiert. Ich hoffe, ich kriege das Problem in den Griff."

Freitag: "Schanze nicht so leicht zu springen"

Vielleicht kommt seine Heimschanze zu richtigen Zeit, um in Schwung zu kommen: Richard Freitag (28) lernte in Klingenthal das ABC des Skispringens.
Vielleicht kommt seine Heimschanze zu richtigen Zeit, um in Schwung zu kommen: Richard Freitag (28) lernte in Klingenthal das ABC des Skispringens.  © v

TAG24: Klingenthal ist Ihre Heimschanze, hier sind Sie aufgewachsen. Kommt die Vogtland Arena zum richtigen Zeitpunkt?

Freitag: "Das hoffe ich stark. Aber die Schanze ist nicht so leicht zu springen. Da muss schon alles stimmen."

TAG24: Drei Sieger in vier Wettkämpfen, es gibt noch keinen Überflieger in der Saison. Jeder kann vorne reinspringen. Gut für Sie?

Freitag: "Das stimmt, es hat sich noch keiner herauskristallisiert. Das isrt gut, mit zwei top Sprüngen ist man vorn dabei. Es gibt 15 bis 20 Leute, die in der Spitze mitmischen. Daniel Andre Tande springt derzeit stark. Wenn er das beibehalten kann, ist er einer der Favoriten auf den Gesamtweltcup und den Tourneesieg."

TAG24: Sie sprechen die Tournee an. Können Sie ohne Druck in die vier Springen gehen?

Freitag: "Das kann ich. Aber Druck ist in meinem Alter vielleicht der falsche Begriff, weil der immer da ist. Man sollte den richtigen Ehrgeiz entwickeln, sich Ziele setzen. Ich hatte mir vorgenommen, um den Sieg mitzuspringen. Aber nach jetzigem Stand muss ich mich damit nicht beschäftigen, sondern damit, stabil meine Leistung zu bringen."

TAG24: Das sind ehrliche Worte, sehr selbstkritisch!

Freitag: "Es gibt ja auch Anlass dazu. Ich weiß, wo ich stehe. Ich weiß aber auch, was ich kann. Derzeit fehlt noch ein Stück."

Selina Freitag (18) wird ebenfalls am Weltcup teilnehmen.
Selina Freitag (18) wird ebenfalls am Weltcup teilnehmen.  © Imago Images/Sven Simon

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