Wieder Erdbeben in Sachsen: Schwarmbeben erschüttert Vogtland

Klingenthal - Am Wochenende gab es im Vogtland wieder einen Schwarmbeben. Diesmal waren die Erschütterungen aber deutlich schwächer als beim letzten Beben.

Am Wochenende wurde im Vogtland ein Schwarmbeben registriert. (Symbolbild)
Am Wochenende wurde im Vogtland ein Schwarmbeben registriert. (Symbolbild)  © destinacigdem/123 RF

Mehrere kleine Erdbeben erschütterten in der Nacht zu Samstag die Region um Klingenthal.

Das stärkste Beben wurde in Zwota gemessen, es kam auf eine Magnitude von 0,8 und war etwa in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die meisten Vogtländer werden davon wahrscheinlich nicht viel mitbekommen haben. Über Schäden durch das Erdbeben ist nichts bekannt.

Erst Anfang Oktober hatte es im Vogtland an der Deutsch-Tschechischen Grenze einen Erdbebenschwarm gegeben. Dabei erreichte die heftigste Erschütterung eine Stärke von 2,3 auf der Richterskala.

Bei einem ähnlich starken Beben im Sommer 2019 wurde immerhin ein Wert von 2,1 erreicht (TAG24 berichtete).

Das bislang heftigste Erdbeben der vergangenen Jahre wurde im Frühjahr 2018 gemessen: Während eines längeren Erdbebenschwarms kam es zu einem Beben der Stärke 4,2! Das Zentrum lag bei Luby (Schönbach) in Tschechien in etwa fünf Kilometern Tiefe.

Eine Woche zuvor wurde ein Beben der Stärke 3,5 auf der Richterskala gemessen (TAG24 berichtete).

Warum kommt es im Vogtland immer wieder zu Erdbeben?

Die Region Vogtland/Nordwest-Böhmen gehört gemeinsam mit dem Oberrheingraben, der Niederrheinischen Bucht und der Schwäbischen Alb zu den seismisch aktivsten Regionen Deutschlands. Erdbeben werden mit Seismographen gemessen.

Als ein Schwarmbeben, wie es im Vogtland immer wieder vorkommt, wird in der Geophysik eine bestimmt Form von Erdbebenserien bezeichnet. Die Serien können mehrere Tage, aber auch bis zu etwa einem Jahr dauern. Die Beben haben alle meist eine ähnliche Stärke, dadurch können sie nicht in Vor-, Haupt- und Nachbeben eingeteilt werden.

Erstmals wurde die Bezeichnung "Erdbebenschwarm" am Ende des 19. Jahrhunderts in einer Abhandlung über eine Häufung von Erdbeben in der Region Vogtland/Westböhmen verwendet. Neben dem Vogtland treten Erdbebenschwärme auch in Hessen und am Hochstaufen auf.

Die stärksten Erdbeben gab es in der Vogtland-Region Mitte der 1980-er Jahre. Damals erreichten sie eine Stärke von 4,6 auf der Richterskala, dabei fielen auch Schornsteine ein.

Titelfoto: destinacigdem/123 RF

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