Knackis kochen für Touris: Grünen-Politiker will Knast-Restaurant

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (45, Grüne)
Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (45, Grüne)  © DPA

Berlin – Gefangene kochen und servieren für Besucher von draußen - ein solches Restaurant nach Mailänder Vorbild schwebt Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) vor. "Das ist kein Projekt für die ersten 100 Tage, aber ich kann mir vorstellen, so etwas in einem Berliner Gefängnis einzurichten", sagte Behrendt der Deutschen Presse-Agentur.

Der Grünen-Politiker ist seit Dezember Mitglied des rot-rot-grünen Berliner Senats. Es sei ihm wichtig, Inhaftierte so zu qualifizieren, dass sie nach Verbüßung der Strafe eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, betonte Behrendt.

Im italienischen Gefängnis Bollate in Mailand betreiben Inhaftierte das Restaurant InGalera. Ein privater Sponsor beteiligte sich. Bei Besuchern ist die Gastronomie so gefragt, dass eine Reservierung empfohlen wird.

Auf der Karte stehen knuspriger Tintenfisch oder Risotto mit Käse. "Ich finde das ein tolles Projekt - da werden wir noch viele Gespräche führen müssen, um das hinzubekommen", so Berlins Justizsenator.

Auch im thüringischen Arnstadt gibt es Dinner hinter Gittern. Die Plätze im Restaurant des Jugendknastes seien bereits für ein Jahr im voraus ausgebucht.

Er könne sich gut vorstellen, dass die Berliner ein Restaurant hinter Gittern annehmen, so Behrendt. Besucher dürften keine Berührungsängste haben, müssten sich anmelden und auch kontrollieren lassen.

Einen Ort für das Knast-Restaurant mit "ganz normaler Anmutung" nannte der Grünen-Politiker nicht. Auch die Finanzierung sei offen. "Da gibt es noch ganz viele Fragen zu klären."

Für eine Qualitätsgastronomie mit regionaler Küche könnten Produkte aus Brandenburg eingesetzt werden, so Behrendt, der auch für den Verbraucherschutz zuständig ist. Er wolle für das Restaurant-Projekt auch mit jungen, engagierten Gastronomen ins Gespräch kommen.


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