Trotz Verbot und Kontrollen: Knast-YouTuber ist zurück

Berlin - Monatelang herrschte Funkstille, nun meldet sich der Berliner Knast-YouTuber zurück. Trotz Handyverbot und verschärfter Haftbedingungen konnte der Deutsch-Russe in den letzten Wochen mehrere Videos veröffentlichen. Sein Markenzeichen: eine Cappi und ein Palästinensertuch.

Der Berliner Knast-Youtuber sendet immer wieder aus dem Gefängnis.
Der Berliner Knast-Youtuber sendet immer wieder aus dem Gefängnis.  © Screenshot Knast-Vlog

Ans Aufhören denkt er nicht, auch wenn der Beginn seines letzten Videos anderes vermuten lässt. "Ich habe eine schlechte Nachricht für euch. Und zwar werde ich mit den Videos aufhören. Ich muss gestehen, dass der Druck einfach zu groß geworden ist."

Er habe eingesehen, dass es ein Fehler war und er gegen die Hausordnung verstoße. "Moralisch habe ich Bedenken bekommen, ob das wirklich so richtig ist. Ich habe auch kein Bock mehr immer von den Beamten gefickt zu werden", erklärt er weiter und bricht wenig später in Gelächter aus: "Niemals könnt ihr mich brechen. Niemals werde ich aufhören."

Mit seinem "Knast VLOG" narrt der Häftling die Justiz inzwischen schon seit etwas über einem Jahr, spricht auf YouTube immer wieder über den Gefängnis-Alltag. Mittlerweile kommt der Knacki schon auf über 100.000 Follower. Als im Juli vergangenen Jahres die ersten Videos veröffentlicht wurden, waren es noch rund 80 Follower.

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Besonders ärgerlich: In den Berliner Gefängnissen gilt eigentlich striktes Handyverbot. Die Justiz weiß schon länger, wer der Knast-YouTuber ist. Die Folge: schärfere Kontrollen. Dennoch gelingt es dem Insassen immer wieder neue Videos zu posten. Auch die Verlegung von Tegel in die JVA Heidering oder das Wegnehmen seiner persönlichen Gegenstände brachte keine Besserung.

Der Knast-Youtuber hat noch einige Zeit hinter Gittern vor sich. Laut Berliner Morgenpost wurde er wegen dreifachen Raubüberfalls und Geiselnahme zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach eigenen Angaben müsse er noch etwa vier Jahre sitzen.

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