Mit abgetrenntem Kopf auf Foto posiert: Urteil im Prozess gegen Syrer erwartet

Koblenz - In dem Prozess gegen einen 34-jährigen Syrer, der mit dem abgetrennten Kopf eines Kriegsgegners posiert haben soll, will das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz voraussichtlich am 13. Februar ein Urteil verkünden.

Der Angeklagte sitzt am 28.01.2020 im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Koblenz neben seinem Anwalt Marius Müller (r.).
Der Angeklagte sitzt am 28.01.2020 im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Koblenz neben seinem Anwalt Marius Müller (r.).  © Thomas Frey/dpa

Der Flüchtling habe in dem Prozess den Vorwurf, in seiner Heimat mit dem Kopf eines Bürgerkriegsgegners für einen Fotografen posiert zu haben, nach anfänglichem Schweigen gestanden, sagte OLG-Sprecherin Petra Zimmermann am Donnerstag.

Die Anklage sieht darin ein Kriegsverbrechen.

Unter Einbeziehung einer anderen, schon laufenden zweieinhalbjährigen Haftstrafe gegen den Angeklagten habe die Verteidigung in ihrem Plädoyer eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz habe auf drei Jahre und neun Monate Haft plädiert.

Die Forderungen entsprechen laut Zimmermann genau dem unteren und oberen Ende eines Strafrahmens, auf dem sich die Prozessbeteiligten zuvor in einem Verständigungsgespräch für den Fall eines Geständnisses geeinigt hatten.

Der 34-Jährige soll sich der Anklage zufolge einst dem bewaffneten Widerstand gegen die syrische Regierung angeschlossen haben. Dort habe er mit dem Kopf eines Soldaten "in einer den Getöteten verhöhnenden und in seiner Totenehre herabwürdigenden Weise" posiert. Ihm werde nicht vorgeworfen, den Kopf selbst abgetrennt zu haben.

Das Amtsgericht Saarbrücken hatte den 34-Jährigen seinem Verteidiger zufolge im November 2018 unter anderem wegen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Er kam im Saarland in Haft.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa