76 kommunale Kliniken betroffen: Ärzte-Streik beginnt

Köln – Die Tarifverhandlungen für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern stecken fest. Am heutigen Mittwoch sind nun in NRW 8000 Mediziner zu Warnstreiks aufgerufen - mit folgen für Patienten.

Kommunale Krankenhäuser in NRW werden am Mittwoch bestreikt.
Kommunale Krankenhäuser in NRW werden am Mittwoch bestreikt.  © DPA

Patienten in kommunalen Krankenhäusern müssen sich am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen auf Warnstreiks von Ärzten einstellen. (TAG24 berichtete)

Dadurch können planbare, verschiebbare Operationen oder Therapiesitzungen ausfallen, wie ein Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund sagte.

Die Gewerkschaft will mit den ganztägigen Aktionen Druck in den festgefahrenen Tarifverhandlungen machen. An allen der 76 kommunalen Kliniken in NRW würden sich Ärzte beteiligen, sagte der Sprecher.

Notfälle und liegende Patienten würden aber weiter versorgt werden. Insgesamt sind im Land nach Angaben des Marburger Bundes rund 8000 Ärzte an kommunalen Kliniken beschäftigt.

Die Gewerkschaft hat bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, nur in Berlin und Hamburg nicht. Eine zentrale Kundgebung ist in Frankfurt am Main geplant. Der Marburger Bund hatte die Tarifgespräche für gescheitert erklärt und ein erstes Angebot der Arbeitgeber abgelehnt.

Ein Sprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Nordrhein-Westfalen bezeichnete die Warnstreiks als "kaum nachvollziehbar". Man habe ein Angebot vorgelegt, das auf viele Wünsche der Ärzte eingegangen sei.

Update, 13.54 Uhr: 800 Ärzte streikten

Rund 800 Ärzte aus kommunalen Krankenhäusern und Gesundheitsämtern in Nordrhein-Westfalen haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch an Warnstreiks beteiligt. Rund zehn Prozent der insgesamt 8000 Mediziner an 76 Kliniken nahmen demnach an der eintägigen Aktion teil, sagte ein Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund für NRW und Rheinland-Pfalz.

Die akute Versorgung der Patienten sei nicht beeinträchtigt: Verschiebbare Operationen oder Therapiesitzungen seien nach Angaben des Sprechers jedoch ausgefallen.

Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen erklärte, es entstehe vor allem ein wirtschaftlicher Schaden für die Krankenhäuser. Möglicherweise würden sich Patienten nach einer Verschiebung ihrer Operation ein anderes Krankenhaus suchen.


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