Boxer im Knast: Zweites Verfahren gegen Felix Sturm!

Köln – Gegen den ehemaligen Berufsbox-Weltmeister Felix Sturm (40) ist wegen des Verdachts auf Doping das Hauptverfahren vor dem Landgericht Köln eröffnet worden. Der 40-Jährige befindet sich derzeit wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft.

Ein WM-Kampf im Jahr 2016 hat nun ein juristisches Nachspiel für Boxer Felix Sturm.
Ein WM-Kampf im Jahr 2016 hat nun ein juristisches Nachspiel für Boxer Felix Sturm.  © DPA

Mit Beschluss vom 4. April hat der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts Köln die Anklage gegen Sturm zugelassen, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde.

Gegenstand der Vorwürfe sei der Verdacht, der Boxer sei bei einem WM-Kampf der World Boxing Association (WBA) am 20. Februar 2016 mit Stanozolol gedopt gewesen.

Nach dem damals gewonnenen WM-Kampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow war Sturms Dopingprobe positiv ausgefallen.

Der 40 Jahre alte gebürtige Leverkusener hatte dagegen geklagt, weil seiner Auffassung nach nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Dopingprobe zweifelsfrei von ihm stammte. Es bestand der Verdacht, dass sie auf dem Weg in das Labor vertauscht oder verunreinigt worden war, hieß es.

Im Januar dieses Jahres hatte die 8. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts das Hauptverfahren gegen den Boxer aufgegeben, weil kein hinreichender Tatverdacht bestand. Die Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde eingelegt (TAG24 berichtete).

Strafsenat sieht "hinreichenden Tatverdacht"

Felix Sturm befindet sich seit dem 5. April 2019 in Untersuchungshaft (Archivbild).
Felix Sturm befindet sich seit dem 5. April 2019 in Untersuchungshaft (Archivbild).  © DPA

Anders als das Landgericht, das mit Beschluss vom 10. Januar die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt hatte, sehe der Strafsenat auf die sofortige Beschwerde der Staatsanwalt einen sogenannten "hinreichenden Tatverdacht" als gegeben an.

Das bedeute, dass der Senat nach vorläufiger Bewertung die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung nach der Beweisaufnahme höher einschätzt als die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs.

Neben dem Verdacht des Verstoßes gegen das Gesetz gegen Doping im Sport (AntiDopG) bestehe gegen Sturm auch der hinreichende Tatverdacht der vorsätzlichen Körperverletzung des Gegners.

Die Behörden wiesen ausdrücklich darauf hin, dass der Strafsenat lediglich den "hinreichenden Tatverdacht" gegen Sturm bejaht hatte. Für den Angeschuldigten gelte unverändert die Unschuldsvermutung.

Sturm war am vergangenen Freitag wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung in Haft genommen worden, nachdem die Kölner Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftsstrafsachen, einen Haftbefehl erwirkt hatte.

Update, 11. April 6.40 Uhr: Sturm bleibt in Haft

Der ehemalige Profibox-Weltmeister Felix Sturm bleibt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vorerst in Haft. Ein Haftprüfungstermin am Mittwoch im Amtsgericht Köln erbrachte das Ergebnis, dass Sturm weiter in der Justizvollzugsanstalt Ossendorf bleiben muss.

Nach Angaben von Sturms Anwalt Gottfried Reims habe der Ermittlungsrichter bei dem Haftprüfungstermin zwar einen Haftverschonungsbeschluss mit Auflagen erlassen, wie Reims der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Auflagen hätten der Staatsanwaltschaft aber nicht gereicht.

Titelfoto: DPA

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