Anzeigen, Suff und Verletzte: Die Kölner E-Scooter-Unfallstatistik

Köln – Sind Fahrer von E-Scootern eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer oder eher für sich selber? Ein Blick auf die bisherige Unfallstatistik in Köln liefert erste Antworten.

In Köln gab es bis zum 26. August 49 Unfälle mit E-Scootern (Symbolbild).
In Köln gab es bis zum 26. August 49 Unfälle mit E-Scootern (Symbolbild).  © Nicolas Armer/dpa

Seit dem 15. Juni dürfen E-Scooter in Köln gefahren werden, Leihroller gibt es seit dem 21. Juni in der Domstadt.

Schnell kam es dann auch zu ersten Unfällen mit den neuen Fahrzeugen. Die Kölner Polizei hat daher auch eine gesonderte Statistik für E-Scooter erstellt.

Im Zeitraum zwischen dem 15. Juni und dem 26. August hat die Behörde insgesamt 49 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scooter-Fahrern registriert. Fast in jedem Fall (45) waren die E-Rollerfahrer Unfallverursacher.

Durch die Kollisionen gab es 55 Verletzte. Aufgrund schwerer Verletzungen mussten 18 Personen – ausschließlich E-Scooter-Fahrer – in einem Krankenhaus behandelt werden. 37 weitere Personen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Bei 16 Unfällen stand der E-Scooter-Fahrer unter Alkoholeinfluss. Nicht nur deswegen führt die Polizei unregelmäßige Kontrollen durch.

Anzeigen, Straftaten und Verwarngelder

Das Verhalten einiger E-Scooter-Fahrer hatte bis zum 22. August bereits 80 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten zur Folge:

  • 36 Mal wegen Trunkenheit im Straßenverkehr
  • 5 Mal wegen Fahrens unter Drogeneinfluss
  • 21 Mal wegen Rotlichtmissachtung.

Gegen 111 Personen wurden Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr bzw. Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz eingeleitet. In 138 Fällen wurden Verwarngelder gegen E-Scooter-Fahrer ausgesprochen.

Die Erfahrungen in anderen NRW-Städten

Die Erfahrungen mit E-Scootern fallen in den NRW-Städten recht unterschiedlich aus (Symbolbild).
Die Erfahrungen mit E-Scootern fallen in den NRW-Städten recht unterschiedlich aus (Symbolbild).  © Roland Weihrauch/dpa

Generell lässt sich sagen, dass es in kleineren Städten zu weniger Unfällen kommt. So meldeten beispielsweise Dortmund und Münster erst zwei Unfälle, Herne gar nur einen.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf wurden bislang 21 Verkehrsunfälle mit E-Scootern verzeichnet. In drei Fällen gab es Schwerverletzte.

Dort gibt es im Vergleich zu Köln (3500) allerdings auch deutlich weniger Leihroller (1300).

Im Gegensatz zu Köln hat Düsseldorf bereits eine Änderung beschlossen. Die Verleiher von E-Scootern müssen künftig einen Antrag auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis stellen.

Dabei werde die Nutzung der E-Roller auf Friedhöfen, in Fußgängerzonen und auf Spielplätzen untersagt.

Bei Kontrollen der Polizei fielen schon einige E-Scooter-Fahrer durch Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten auf (Symbolbild).
Bei Kontrollen der Polizei fielen schon einige E-Scooter-Fahrer durch Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten auf (Symbolbild).  © Paul Zinken/dpa

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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