Widerstand nach Lindenstraßen-Aus! Fans gehen auf die Barrikaden

Von Björn Strauss

Köln - Tiefe Trauer unter eingeschworenen Fans! Es war DIE Schock-Nachricht am Freitagvormittag: Serien-Dino "Lindenstraße" wird nach 34 Jahren eingestellt. Damit verschwindet eine Serie, die stets am Puls der Zeit ist - und das seit über drei Jahrzehnten.

Nach der Schocknachricht reagieren die Fans auf das Aus der Kult-Serien wütend.
Nach der Schocknachricht reagieren die Fans auf das Aus der Kult-Serien wütend.  © ARD

Der Westdeutsche Rundfunk teilte mit, dass man sich in der Fernsehprogrammkonferenz der ARD mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags entschieden habe. Sparzwänge und "das Zuschauerinteresse" trügen die Schuld an der Entscheidung, die man sich nicht leicht gemacht habe, wie es WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn (54) ausdrückte:

"So sehr der Abschied auch schmerzt, können doch alle Beteiligten sehr stolz sein..." Schließlich habe man mit der Lindenstraße geschafft, was keiner anderen deutschen Serie gelungen sei: Über Generationen hinweg mitten aus dem Alltag der Menschen heraus große gesellschaftliche und politische Themen abzubilden.

Geschafft sind vor allem die Fans.

Die Quoten in der jüngeren Vergangenheit lagen zwar tatsächlich nur bei 2-3 Millionen, oft holte die Lindenstraße keine 10 Prozent Marktanteil mehr. Gestartet war man Ende der 80er-Jahre mit über zehn Millionen Zuschauer-Fans...

Die Serien-Schöpfer und Produzenten klingen ebenso bedient, wenn sie twittern: "Lindenstraße steht für politisches und soziales Engagement, für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration, was in Zeiten von Rechtsruck und Ausländerfeindlichkeit wichtiger ist denn je. Wir sind bestürzt und können nur unser Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass die ARD es offenbar nicht mehr als ihren Auftrag sieht, die Serie fortzusetzen, zu deren Kern es gehört, diese Haltung zu vertreten."

Dies schrieben Hans W. Geißendörfer (77) und seine Tochter Hana (34), seit 2015 Produzentin der "Lindenstraße".

Nach Lindenstraßen-Aus: Das sind die Reaktionen

Rebecca Siemoneit-Barum zeigt Haltung.
Rebecca Siemoneit-Barum zeigt Haltung.  © ARD

Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, haben Fans nur kurze Zeit nach Bekanntwerden des Abgesangs auf Deutschlands berühmteste Straße eine >> Petition online gestellt. Und sie unterschreiben im Sekundentakt gegen das Ende an.

Rebecca Siemoneit-Barum, die die Iffi Zenker spielt, macht sich ebenfalls Luft auf Facebook. Auch sie sagt, die Lindenstraße stehe für politisches und soziales Engagement, – für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration.

Andere Promis schlagen in dieselbe Kerbe: Micky Beißenherz twittert sich die Finger wund und gibt bekannt: "Aus für die @Lindenstrasse-find ich schade. Ist aber auch wie mit der alten, kleinen Bücherei im Viertel. Man ist traurig, wenn sie schließt. War aber selber ewig nicht dort einkaufen."

Auf der Facebook-Seite der Lindenstraße geht's hart zur Sache!

Innerhalb von nur drei Stunden sammelten sich 2500 Kommentare an, mehr als 1000 Mal wurde der >> Beitrag geteilt.

Nutzer schrieben von "Widerstand!" und riefen auf, Petitionen für den Erhalt der Kult-Serie zu starten. "Sodom und Gomorra. Else Kling würde sich im Grab umdrehen. Und Onkel Franz auch!" Ja, selbst an die Uralt-Besetzung wird sich noch erinnert.

Auch Politiker melden sich eilig zu Wort - obwohl sie nicht eine Folge gesehen haben: SPD-Rebell Kevin Kühnert (29): "Habe nie Lindenstraße geschaut, leide aber mit Euch. War damals bei Marienhof auch sehr hart getroffen. 😢"

FDP-Chef Christian Lindner (39): "An ein Ende der #Lindenstraße zu meinen Lebzeiten hätte ich nicht geglaubt. Ich war kein Zuschauer, aber irgendwie gehört die Serie zum Inventar der TV-Republik. Vielleicht das Problem: Man erinnert sich, schaut aber nicht mehr. CL"

Titelfoto: ARD

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