Bundeswehr stolz auf umstrittene Ford-Kampagne, der Autobauer dagegen ist sauer

Köln - Die umstrittene Werbe-Kampagne der Bundeswehr vor den Ford- und VW-Werken in Köln und Wolfsburg hat 18.000 Euro gekostet - und für ein Zerwürfnis zwischen dem Verteidigungs-Ministerium und Ford gesorgt.

18.000 Euro kostete die Werbe-Kampagne der Bundeswehr. Trotz heftiger Kritik sieht das Verteidigungs-Ministerium die Aktion als Erfolg.
18.000 Euro kostete die Werbe-Kampagne der Bundeswehr. Trotz heftiger Kritik sieht das Verteidigungs-Ministerium die Aktion als Erfolg.  © DPA

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

Nachdem Ford den Abbau von 5000 Stellen angekündigt hatte (TAG24 berichtete), ließ das Verteidigungsministerium im April vor dem Kölner Werk einen Transporter mit dem Spruch "Job Fort? Mach, was wirklich zählt" vorfahren (TAG24 berichtete).

Das Motiv wurde auch in einer Kölner Zeitung als Anzeige gebucht. Kritik kam unter anderem von Ford und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Das Verteidigungs-Ministerium sieht die Aktion dennoch als Erfolg: Den "verhältnismäßig geringen" Kosten von 18.000 Euro für Köln und Wolfsburg stehe eine "erhebliche Resonanz" gegenüber.

So habe man über 588 Medienmeldungen eine "Reichweite von ca. 152,4 Millionen Kontakten generiert".

"Unfassbar, wie die Bundeswehr alle Bedenken von Ford ignoriert hat"

Gleichzeitig führte die Werbeaktion laut der Antwort der Bundesregierung aber zu Ärger mit Ford. So habe der Autobauer vorher davon gewusst und noch gebeten, sie um eine Woche zu verschieben. Das sei aber nicht mehr möglich gewesen, so das Verteidigungs-Ministerium.

Die Folge: Der Personalvorstand von Ford, der vor der Kampagne schon mit der Bundeswehr "erste Gespräche" über die Übernahme von Mitarbeitern geführt hatte, habe den Kontakt "abgebrochen".

Er "wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wieder aufgenommen", so das Verteidigungs-Ministerium. Ford wollte diese Aussage nicht kommentieren.

Der Abgeordnete Tobias Pflüger (Linke), der die Kleine Anfrage gestellt hatte, kritisierte: "Es ist einfach unfassbar, wie die Bundeswehr im Vorfeld alle Bedenken von Ford ignoriert hat."

Titelfoto: DPA

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