Damit auch der Letzte "GEZ" zahlt: Sender bekommen unsere Daten

Köln - Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio mit Sitz in Köln bekommt im Mai Daten von den Einwohnermeldeämtern. Er gleicht sie dann mit seinen eigenen ab. So sollen Wohnungen ermittelt werden, für die kein Rundfunkbeitrag gezahlt wird.

Der Beitragsservice von ARD und ZDF bekommt Millionen von Daten der Einwohnermelderämter.
Der Beitragsservice von ARD und ZDF bekommt Millionen von Daten der Einwohnermelderämter.  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Die Einwohnermeldeämter beginnen mit der Datenlieferung am 7. Mai. Der Großteil soll bis Anfang Juli eingegangen sein. Einzelne Nachlieferungen kann es auch noch bis Jahresende geben.

Der Abgleich der Daten erfolgt dann vollautomatisch. Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst, wenn diejenigen angeschrieben werden müssen, die noch keiner beim Beitragsservice angemeldeten Wohnung zugeordnet werden können. Das kann sich bis Juni 2019 hinziehen.

Die Einwohnermeldeämter übermitteln zwar regelmäßig Informationen, zum Beispiel, weil sich Daten bei Umzügen oder Sterbefällen ändern. Doch beim jetzt anstehenden Abgleich werden die Daten von allen volljährigen, in Deutschland zum Stichtag gemeldeten Personen übermittelt.

Dazu gehören Angaben wie Vor- und Familienname, Familienstand, Geburtsdatum, aktuelle und vorherige Adresse, Datum des Einzugs in die Wohnung oder das Sterbedatum.

Wer die Sportschau sehen will, muss dafür blechen.
Wer die Sportschau sehen will, muss dafür blechen.  © 123rf.com/gischtlibu

Wie viele Wohnungen sind beim Beitragsservice gemeldet?

Ende 2016 waren es rund 39,1 Millionen registrierte beitragspflichtige Wohnungen. Wie viele neu anzumeldende Wohnungen durch den Abgleich dazu kommen, lässt sich aber noch nicht sagen.

Wie oft soll es künftig einen Daten-Abgleich geben?

Der Meldedatenabgleich in diesem Jahr ist insgesamt der zweite nach 2013/2014. Ob er regelmäßig erforderlich ist, werde sich erst nach der Auswertung beantworten lassen.

Wie viel kostet der Meldedatenabgleich?

Der Beitragsservice rechnet mit zwölf Millionen Euro für die Datenlieferungen und den anschließenden Versand der Schreiben an diejenigen, bei denen unklar ist, ob sie Beitrag zahlen müssen.

Kommt mehr Geld rein, als für den Abgleich ausgegeben wird?

Das lässt sich nach Auskunft des Beitragsservices nicht vorhersagen. Viel spannender sei, wie viele Wohnungen gefunden werden, für die noch kein Rundfunkbeitrag entrichtet wird.

Rechnet der Beitragsservice mit Protesten gegen den Datenabgleich?

Bisher gibt es aus Sicht der Einrichtung in Köln keine Hinweise auf Proteste in größerem Umfang.

Titelfoto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa, 123rf.com/gischtli


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0