Protest gegen Artikel 13: Kölner Heumarkt voll!

Köln – Wenige Tage vor der EU-Abstimmung über die Urheberrechtsreform und ihrem umstrittenen Artikel 13 wollen Gegner des Vorhabens am Samstag (14.00 Uhr) in Köln demonstrieren.

Demonstranten auf dem Neumarkt in Köln.
Demonstranten auf dem Neumarkt in Köln.  © Horst Konopke

Nach Angaben der Stadt Köln werden 8000 Teilnehmer für den Demonstrationszug erwartet. Eine Privatperson hatte laut Polizei die Demonstration unter dem Titel "Rettet das Internet! - Stoppt die Zensurmaschine - Gegen Artikel 13" angemeldet.

Die Demo soll um 14.20 Uhr am Neumarkt starten und geht dann folgende Strecke: Neumarkt - Hahnenstraße – Hohenzollernring – Magnussstraße – Burgmauer – Komödienstraße – Am Domhof – Kurt-Hackenberg-Platz – Am Hof – Unter Goldschmied – Quatermarkt – Gürzenichstraße – Heumarkt.

Die Abschlusskundgebung ist für circa 17.30 auf dem Heumarkt geplant. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wird die Strecke wohl jeweils für beide Fahrtrichtungen gesperrt. Daher ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Bereits am 9. März gab es in Köln eine Demonstration gegen die geplante Änderung des EU-Urheberrechts. Damals kamen aber nur einige Hundert Teilnehmer und damit deutlich weniger als die erwarteten 7000 (TAG24 berichtete).

Update, 16.37 Uhr: Mehrere Tausend Teilnehmer bei Artikel-13-Protest in Köln

Mehrere Tausend Menschen zogen bei der Demo zum Kölner Heumarkt.
Mehrere Tausend Menschen zogen bei der Demo zum Kölner Heumarkt.  © Horst Konopke

Mehr als 10.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in Köln gegen die EU-Urheberrechtsreform und mögliche Beschränkungen im Internet demonstriert.

Die Demonstration unter dem Motto "Rettet das Internet!" war der NRW-weit der größte Protestzug gegen die EU-Pläne. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl zu Beginn zunächst auf rund 4500.

In Düsseldorf zogen nach Polizeiangaben etwa 4000 Teilnehmer durch die Innenstadt. In Münster zählte die Polizei rund 500 Demonstranten. Auch in Bielefeld und Dortmund demonstrierten Menschen gegen die Reformpläne der EU.

Am kommenden Dienstag stimmt das EU-Parlament über die Urheberrechtsreform ab. Der darin enthaltene Artikel 13 sieht vor, dass Online-Plattformen für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden.

Um das zu verhindern wären Uploadfilter nötig, so dass urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht ins Netz gelangen. Kritiker befürchten, dass durch das Vorhaben der EU die Meinungsfreiheit im Internet eingeschränkt werden könnte.

© Horst Konopke

Kommen Upload-Filter?

Gegner von Artikel 13 und den damit verbundenen Uploadfiltern wollen am Samstag demonstrieren.
Gegner von Artikel 13 und den damit verbundenen Uploadfiltern wollen am Samstag demonstrieren.  © privat

Am kommenden Dienstag stimmt das EU-Parlament über die Urheberrechtsreform ab. Der darin enthaltene Artikel 13 - im aktuellen EU-Papier ist er zu Artikel 17 geworden - sieht vor, dass Online-Plattformen für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden.

Um das zu verhindern wären Upload-Filter nötig, so dass urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht ins Netz gelangen. Mit dieser Software lässt sich schon beim Hochladen überprüfen, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind.

Dadurch droht nach Einschätzung der Kritiker eine Zensur des Internets. Die Uploadfilter benötigen laut dem Chaos Computer Club außerdem hohe Rechenleistung.

Anders als beispielsweise große US-amerikanische Plattformbetreiber könnten kleine Firmen das nicht leisten.

Titelfoto: Horst Konopke

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