Evakuierungs-Verweigerern drohen in Köln hohe Geldstrafen

Köln – Bei mehr als der Hälfte der etwa 20 Evakuierungen wegen Bombenentschärfungen 2019 in Köln kam es zu Problemen durch renitente Anwohner.

Vor der Entschärfung von Bomben müssen alle Menschen den Evakuierungsbereich verlassen (Archivbild).
Vor der Entschärfung von Bomben müssen alle Menschen den Evakuierungsbereich verlassen (Archivbild).  © Henning Kaiser/dpa

"Entweder weigern sich Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, oder es kommen Leute von außen und wollen in den abgesperrten Bereich zu ihrem Haus", schildert Heribert Büth, Sprecher des Kölner Ordnungsamtes.

"Manche werden sogar richtig aggressiv." Köln und einige andere Städte gehen deshalb mit Bußgeldern gegen solche Störer vor.

"Wir stellen da in Köln in den vergangenen Jahren eine zunehmende Renitenz fest. Wir stehen ratlos davor."

Vor der Entschärfung machen Ordnungsamts-Mitarbeiter sogenannte Klingelrundgänge, bei denen sie Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen auffordern. "Aber die antworten dann oft einfach: "Nein, ich bleibe hier."

Manche gäben auch Gründe an, etwa dass sie Besuch bekämen oder das Baby gerade eingeschlafen sei. Nicht selten würden die Mitarbeiter auch beschimpft. Anfang September war in Köln ein Polizist nach damaligen Angaben der Beamten sogar tätlich angegriffen worden.

Bußgeld für Störer in Köln

Störer verzögern durch ihr Verhalten die Evakuierung (Archivbild).
Störer verzögern durch ihr Verhalten die Evakuierung (Archivbild).  © Christophe Gateau/dpa

"Aber wir müssen dafür sorgen, dass niemandem etwas passiert", betont Büth. Notfalls werden mit Unterstützung der Polizei Türen aufgebrochen und Bewohner gegen ihren Willen herausgeholt. Verweigerer müssen in Köln in der Regel ein Bußgeld von bis zu 300 Euro zahlen.

"Das tut denen zwar weh, steht aber in keinem Verhältnis zum angerichteten Schaden", meint Büth. Denn bei einer Entschärfung seien in Köln fast immer mehrere tausend Menschen von der Evakuierung betroffen, die dann alle länger als geplant nicht zurück nach Hause dürften.

Einheitliche Regeln für den Umgang mit Verweigerern gibt es in NRW nicht. "Die Ordnungsbehörden können die Räumung des Gefahrenbereichs erzwingen", erläutert eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums.

Wenn nötig, kann die Person vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Ob und in welcher Höhe Ordnungsgelder verhängt werden, entscheide aber jede Kommune für sich.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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