Godorfer Hafen-Ausbau endgültig vor dem Aus: HGK kämpft noch

Köln - Der jahrzehntelang geplante Ausbau des Godorfer Hafens in Köln steht endgültig vor dem Aus. Am Donnerstag soll das umstrittene Projekt im Rat der Stadt Köln für immer begraben werden. Nur die SPD-Fraktion und die Häfen und Güterverkehr Köln AG kämpfen noch für das Projekt.

Das geplante Gebiet für den Ausbau des Godorfer Hafens: Der Rat will den Ausbau mehrheitlich stoppen.
Das geplante Gebiet für den Ausbau des Godorfer Hafens: Der Rat will den Ausbau mehrheitlich stoppen.  © Häfen und Güterverkehr Köln AG/PR

Die Mehrheit von CDU, Grünen, FDP und Ratsgruppe GUT sehen den Ausbau ökonomisch und ökologisch als nicht verantwortbar an.

Laut der Gegner des Ausbaus würden 70 Millionen Euro gespart. Die Mittel sollten lieber in den Ausbau des KLV-Terminals und eines angeschlossenen Logistikzentrums im Industriepark Köln-Nord.

So könnten 250.000 Lkw-Fahrten durch Köln pro Jahr vermieden werden, argumentieren die Gegner.

Die Häfen und Güterverkehr Köln AG hält konsequent an dem Godorfer Hafens fest, hat aber nur noch die SPD-Fraktion an ihrer Seite.

"Der Ausbau des Godorfer Hafens spielt im nachhaltigen Logistikkonzept der HGK AG dabei eine entscheidende Rolle", teilte Sprecher Christian Lorenz am Montag mit.

Christian Joisten, Fraktionschef der SPD-Fraktion, wetterte gegen die Mehrheit von CDU, Grünen, FDP und GUT: "Das Reker-Bündnis steht damit dem ökologischen Fortschritt im Weg und ignoriert die Megatrends der Gegenwart und Zukunft. Wer die Klimakatastrophe verhindern will, muss Gütertransporte anders organisieren – und nicht ideologische Schlachten des vergangenen Jahrhunderts schlagen."

Die HGK AG und die SPD-Fraktion argumentieren, dass durch den Ausbau mehr Güterverkehr von der Straße auf Schiffe verladen werden könnte. Ein Ausbaustopp sei unverantwortlich gegenüber den Kölnern, die unter Lärm und schlechter Luft litten.

CDU, GRÜNE, FDP und GUT sind sich hingegen einig, den geplanten Ausbau des Godorfer Hafens gemeinschaftlich endgültig zu begraben.

Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU-Fraktion: "Alle bisherigen Überlegungen zum Ausbau des Godorfer Hafens basieren auf einem Gutachten aus dem Jahr 2012. Die darin prognostizierten Zuwachsraten im Containermarkt haben sich in keinster Weise realisiert."

Weil andere Häfen bereits ausgebaut seien, fehle der Godorfer Hafen nicht. "Der Verzicht auf den Ausbau in Godorf wird die Wirtschaftsentwicklung also nicht bremsen. Daher sind wir davon überzeugt, dass es bessere Möglichkeiten gibt, Millionen an Steuergeldern zu investieren." Die Grünen feiern den Antrag als historischen Erfolg, da auch die Sürther Aue erhalten bleibe.

Der Godorfer Hafen aus der Luft. Die Sürther Aue kann bei einem Ausbau-Stopp erhalten bleiben.
Der Godorfer Hafen aus der Luft. Die Sürther Aue kann bei einem Ausbau-Stopp erhalten bleiben.  © Häfen und Güterverkehr Köln AG/PR

Titelfoto: Häfen und Güterverkehr Köln AG/PR

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