Grönemeyer-Prozess: Promi-Fotografen wegen Falschaussage verurteilt

Köln – Im Prozess um falsche Beschuldigungen gegen Herbert Grönemeyer hat das Kölner Landgericht zwei Pressefotografen zu einjährigen Bewährungsstrafen verurteilt.

Die beiden angeklagten Journalisten (l) und ihre Anwälte stehen im Saal des Landgerichts, während die Richter auf ihren Plätzen stehen.
Die beiden angeklagten Journalisten (l) und ihre Anwälte stehen im Saal des Landgerichts, während die Richter auf ihren Plätzen stehen.  © DPA

Außerdem müssen sie Geldstrafen zahlen. Nach Überzeugung der Kammer hatten die Fotografen den Sänger bei einer Begegnung auf dem Flughafen Köln/Bonn Ende 2014 in eine Falle gelockt.

Sie hätten es darauf angelegt, Grönemeyer zu provozieren und seine wütende Reaktion zu filmen, sagte der Richter am Donnerstag.

Als der Künstler mit einer Tasche nach einem Fotografen schlug, habe er in Notwehr gehandelt.

In dem Verfahren geht es um eine Begegnung auf dem Flughafen Köln/Bonn im Dezember 2014.

Auf einem im Internet veröffentlichten Video, das einer der beiden Fotografen gemacht hat, ist zu sehen, wie Grönemeyer auf ihn zuläuft und ruft: "Fuck off! Fuck off! (Hau ab!) Ich bin privat hier, du Affe!" Dann ist kurzzeitig kaum etwas zu erkennen.

Anschließend läuft Grönemeyer auf den anderen Fotografen zu und packt ihn - so wirkt es jedenfalls - im Nacken. Der Mann geht zu Boden, Grönemeyer ruft "Geh nach Hause!".

Die beiden Fotografen zeigten den Musiker hinterher an und behaupteten, er habe sie angegriffen und verletzt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist das eine Falschdarstellung.

Verteidigung kündigt Revision an

Letztendlich stellte ein Gutachter fest, dass Grönemeyer die Promi-Fotografen nur leicht berührt hatte.
Letztendlich stellte ein Gutachter fest, dass Grönemeyer die Promi-Fotografen nur leicht berührt hatte.  © DPA

Die beiden Männer hätten den Sänger mit ihrem Auftreten bewusst provozieren und zu einem Ausraster verleiten wollen. Grönemeyer habe mit seinem Vorgehen gegen die Fotografen lediglich verhindern wollen, dass von seiner Lebensgefährtin und von seinem Sohn Fotos gemacht wurden.

Mit dem Urteil ging das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die achtmonatige Bewährungsstrafen gefordert hatte. Richter Hengstenberg betonte, die Kammer habe keinerlei "Promi-Bonus" berücksichtigt.

Die Verteidigerinnen der Angeklagten kündigten an, gegen das Urteil Revision einzulegen. Grönemeyers Anwalt bezeichnete das Urteil in einer Mitteilung als "Genugtuung". Der Künstler sei "eindeutig Opfer von Straftätern geworden".

Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, das die beiden Fotografen gegen Grönemeyer angestrengt hatten, wurde eingestellt.

Titelfoto: DPA

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