Groß, größer, 1. FC Köln gegen HSV: Topspiel sprengt alle Dimensionen

Köln - Es ist das größte Spiel der aktuellen Zweitliga- Saison und sprengt schon jetzt alle Dimensionen.

Situation aus dem Hinspiel: Hamburgs Leo Lacroix und Kölns Dominick Drexler (li.) im Zweikampf um den Ball.
Situation aus dem Hinspiel: Hamburgs Leo Lacroix und Kölns Dominick Drexler (li.) im Zweikampf um den Ball.  © DPA

"Jeder fragt nach Karten", sagte FC-Coach Markus Anfang vor dem Spitzenspiel von Tabellenführer 1. FC Köln am Montag (20.30 Uhr/Sky) gegen Verfolger Hamburger SV der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"So etwa wie im letzten Jahr gegen Arsenal. Es ist interessant, ein Zweitliga-Spiel mit einem Europacup-Spiel zu vergleichen. Aber das zeigt den Stellenwert. Es ist schon ein Ausnahmespiel."

Das 50.000 Zuschauer fassende RheinEnergieStadion ist für das Event viel zu klein. "Wir hätten 150.000 Karten verkaufen können", berichtet FC-Torhüter Timo Horn.

Viel weniger Aufmerksamkeit hatten die Duelle der Verfolger - die fast allesamt Punkte liegen ließen. Der Tabellendritte Union Berlin spielte am Freitagabend 2:2 (1:1) gehen Jahn Regensburg, St. Pauli am Sonntag 1:1 (0:1) gegen Arminia Bielefeld und Holstein Kiel auch nur 1:1 (0:1) beim FC Ingolstadt.

Lediglich Aufsteiger SC Paderborn gewann am Samstag mit 4:0 (2:0) gegen Schlusslicht MSV Duisburg und verkürzte den Abstand zum Tabellendritten Berlin auf einen Zähler.

Markus Anfang fällt die Konzentration auf das Spiel schwer

Markus Anfangs Vater Dieter hatte am vergangenen Mittwoch vor der Partie des FC in Duisburg (4:4) einen Herzinfarkt erlitten.
Markus Anfangs Vater Dieter hatte am vergangenen Mittwoch vor der Partie des FC in Duisburg (4:4) einen Herzinfarkt erlitten.  © DPA

Trotz der Punktverluste der Konkurrenten und der Euphorie ums Spitzenduell: Anfang fällt die Konzentration auf das Spiel schwer.

Sein Vater Dieter hatte am vergangenen Mittwoch vor der Partie in Duisburg einen Herzinfarkt erlitten (TAG24 berichtete).

Der Zustand ist nach letzten Meldungen leicht verbessert, aber immer noch ernst. Auch der kommende Gegner hofft mit ihm.

"Sportlich ist das natürlich ein wichtiges Spiel am Montag, keine Frage", sagte HSV-Sportchef Ralf Becker dem "Express": "Aber die Ereignisse in Duisburg haben gezeigt, dass es viel wichtigere Dinge gibt."

Vielleicht ist das Giganten-Duell im Unterhaus auch die bestmögliche Ablenkung für Anfang. "Der Trainer hat uns gesagt, dass es sowohl in seinem Sinne als auch im Sinne seines Vaters ist, dass wir uns so normal und so gut wie möglich vorbereiten. Wir können schließlich für eine Vorentscheidung sorgen", sagte FC-Keeper Horn.

1. FC Köln gegen HSV: 102 Jahre Bundesliga-Erfahrung

1. FC Köln - Hamburger SV am 7. Dezember 2008 im RheinEnergieStadion in Köln: Kölns Thomas Broich (r.) und der Hamburger Collin Benjamin versuchen den Ball zu spielen. Die Partie endete 1:2.
1. FC Köln - Hamburger SV am 7. Dezember 2008 im RheinEnergieStadion in Köln: Kölns Thomas Broich (r.) und der Hamburger Collin Benjamin versuchen den Ball zu spielen. Die Partie endete 1:2.  © DPA

Am Montag treffen 102 Jahre Bundesliga-Erfahrung aufeinander, neun deutsche Meisterschaften und sieben DFB-Pokalsiege. Eine Menge Tradition also.

Aktuell ist es das Duell des Ersten gegen den Zweiten in der Etat-Tabelle, in der Marktwert-Tabelle, in der Zuschauer-Tabelle - und trotz einiger Schwächephasen beider Favoriten fast folgerichtig auch in der einzig wahren, der Punkte-Tabelle.

Köln hat zu einem guten Zeitpunkt einen Lauf erwischt. Von 21 möglichen Punkten holte der FC 19. Auf den HSV haben die Rheinländer sieben Punkte Vorsprung, auf den Relegations-Platz neun. Und nach Montag sind nur noch fünf Spiele.

Hamburg steht dagegen mächtig unter Druck. Angesichts der mäßigen Rückrunden-Bilanz mit mehr Niederlagen als Siegen laufen die Hanseaten Gefahr, die sofortige Bundesliga-Rückkehr zu verspielen.

Dem HSV wird am Montag zudem Torjäger Pierre-Michel Lasogga fehlen (TAG24 berichtete). Der 27-Jährige muss wegen einer Muskelverhärtung passen. Im Hinspiel am 5. November hatte Lasogga mit seinem späten Tor noch für den 1:0-Sieg der Hanseaten gesorgt.

Damit fehlt der ohnehin lahmen Offensive der Norddeutschen mit lediglich 39 Saisontreffern der effektivste Mann. "Man kann auch mit falscher Neun spielen. Wir basteln an Lösungen", sagte HSV-Trainer Hannes Wolf.

Für das Top-Spiel ist er vorsichtig zuversichtlich. "Bis jetzt haben wir in solchen Spielen gute Leistungen gezeigt", meinte Wolf, vermutete aber: "Es wird Phasen geben, wo wir leiden müssen."

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