"Ich bin ein toter Lebender": Rizin-Bombenbauer bricht Schweigen

Düsseldorf/Köln - Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer von Köln hat der angeklagte Sief Allah H. erstmals sein Schweigen gebrochen.

Sein Verteidiger erklärte, Sief Allah H. sei verhandlungsunfähig. Ein Amtsarzt wollte dies aber nicht bestätigen.
Sein Verteidiger erklärte, Sief Allah H. sei verhandlungsunfähig. Ein Amtsarzt wollte dies aber nicht bestätigen.  © DPA

Er habe psychische Probleme, erklärte der 30-Jährige am Donnerstag im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts.

"Ich lebe, aber bin ein toter Lebender", sagt er. Er könne es nicht ertragen, seine Kinder nicht zu sehen. Das Gericht möge dafür bitte eine Lösung finden.

Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant sei verhandlungsunfähig.

Der Vorsitzende Richter erwiderte, er habe nicht den Eindruck, dass der Angeklagte verhandlungsunfähig sei.

Zum Verteidiger sagte der Richter: "Schauen sie sich ihren Mandanten doch mal an, für mich macht er nicht den Eindruck, er könne hier nicht der Verhandlung folgen."

Trotzdem unterbrach der Richter die Verhandlung. Ein Amtsarzt untersuchte den Angeklagten und erklärte ihn für verhandlungsfähig.

Es drohen bis zu 15 Jahren Haft

Der 30-jährige Tunesier Sief Allah H. und seine 43 Jahre alte deutsche Frau Yasmin H. müssen sich wegen Anschlags-Vorbereitungen mit einer Biowaffe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten.

Sie sollen im vergangenen Jahr einen biologischen Kampfstoff für einen Terroranschlag in Deutschland hergestellt haben (TAG24 berichtete).

Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte begonnen, das hochgiftige Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen.

Titelfoto: DPA

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