Indigenes Erbe: Maori-Schädel kehrt in Heimat Neuseeland zurück

Köln – Vor 110 Jahren erstand ein Kölner Museumsdirektor den Schädel eines Maori. Jetzt kehrt der Kopf nach Neuseeland zurück.

Ein Maori-Schädel wird von Köln nach Neuseeland versandt.
Ein Maori-Schädel wird von Köln nach Neuseeland versandt.  © 123RF/DPA

In einer feierlichen Zeremonie übergibt die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Dienstag einen mumifizierten Maori-Schädel an die Delegation eines neuseeländischen Museums.

Die Übergabe ist Teil eines seit 15 Jahren laufenden Programms für Rückgabe menschlicher Überreste an die indigene Bevölkerung.

Nach Angaben der Stadt befand sich der tätowierte Schädel bislang im Rautenstrauch-Joest-Museum für Kulturen der Welt, einem ehemaligen Völkerkundemuseum. Willy Foy, der erste Direktor des Museums, hatte ihn 1908 von einem Londoner Händler gekauft.

Wer der Mensch einmal war, ist nicht bekannt. "Es ist das große Ziel, dies dann vor Ort herauszufinden und den Schädel zu identifizieren", sagte Judith Glaser vom Rautenstrauch-Joest-Museum.

Im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in der Hauptstadt Wellington komme der Schädel zunächst in einen "Raum der Stille und Würde", bis seine Nachfahren herausgefunden werden könnten.

Dann werde der Schädel an den Stamm zurückgegeben. Ob er dort bestattet oder verwahrt werde, bleibe dem Stamm überlassen.

Ein abgedeckter tätowierter, mumifizierter Schädel eines Maori aus Neuseeland, liegt bei einer Übergabezeremonie im Rautenstrauch-Joest-Museum.
Ein abgedeckter tätowierter, mumifizierter Schädel eines Maori aus Neuseeland, liegt bei einer Übergabezeremonie im Rautenstrauch-Joest-Museum.  © DPA

Titelfoto: 123RF/DPA


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