Sie zeichnen alles auf: Kamera-Überwachung am Kölner Neumarkt kommt!

Köln - Im April 2018 hatte die Kölner Polizei die umfassende Kameraüberwachung an vier weiteren Plätzen in Köln angekündigt. Über ein Jahr später sollen jetzt am Kölner Neumarkt zehn Kameras an fünf Standorten aufgestellt werden.

Die roten Punkte zeigen die geplanten Standorte für die Kamera-Überwachung am Kölner Neumarkt.
Die roten Punkte zeigen die geplanten Standorte für die Kamera-Überwachung am Kölner Neumarkt.  © Polizei Köln

Wie die RheinEnergie mitteilte, beginnen am Montag die Arbeiten am Neumarkt.

Im Auftrag der Kölner Polizei müssen neun Stellen rund um den Neumarkt für Kabel und Leitungen aufgerissen werden.

An der Ecke Schildergasse stehen bereits seit einigen Tagen die Absperr-Geländer für den künftigen Kamera-Masten.

Laut RheinEnergie müssten größtenteils Gehwege aufgebrochen werden, um die Leitungen zu verlegen.

Die vorbereitenden Arbeiten für die Kameraüberwachung am Kölner Neumarkt soll bis Ende Oktober dauern.

Wie die Kölner Polizei auf einer Karte zeigte, kommen die Kameras künftig verteilt um den Kölner Neumarkt zum Einsatz. Die roten Punkte zeigen die geplanten Standorte (siehe Karte).

In Köln werden bisher drei Bereiche durch Videokameras intensiv überwacht. Zunächst wurden ab Dezember 2016 im Domumfeld Kameras installiert, später folgten Anlagen am Hauptbahnhof und auf den Ringen.

Künftig sollen Menschen somit auch am Kölner Neumarkt, am Ebertplatz, Wiener Platz und Breslauer Platz rund um die Uhr von Kameras gefilmt werden. Die Aufnahmen würden nach 14 Tagen automatisch gelöscht.

Laut Polizei sinkt durch den Einsatz von Videokameras die Kriminalitätsrate an den Orten.

Kritiker bemängeln allerdings die Verhältnismäßigkeit der Überwachung: So laufen am Kölner Hauptbahnhof täglich mehrere Hunderttausend Menschen entlang. Sie werden gefilmt und ihr Handeln für zwei Wochen gespeichert.

Laut Polizeigesetz des Landes Nordrhein-Westfalen können Kameras aber an Orten aufgestellt werden, an denen unter anderem "wiederholt Straftaten begangen wurden und die Beschaffenheit des Ortes die Begehung von Straftaten begünstigt, solange Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass an diesem Ort weitere Straftaten begangen werden."

Am Ebertplatz, der wie der Neumarkt als Drogenkaufplatz bekannt ist, wurden bereits zwei Menschen durch Gewalt getötet. Auch deshalb sollen die Kameras am Ebertplatz eingesetzt werden.

In dem Gesetz heißt es auch, dass der Kameraeinsatz genau dokumentiert und zunächst auf ein Jahr befristet ist. "Eine Verlängerung um jeweils ein Jahr" ist jedoch möglich, wenn die Probleme vor Ort weiter herrschen.

Eine Überwachungskamera am Kölner Dom.
Eine Überwachungskamera am Kölner Dom.  © DPA
Eine KVB-Bahn in Polizei-Optik am Kölner Neumarkt.
Eine KVB-Bahn in Polizei-Optik am Kölner Neumarkt.  © DPA

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