Köln: Kastrationspflicht für freilaufende Katzen geplant!

Eine Katze während einer Kastrations-OP.
Eine Katze während einer Kastrations-OP.  © 123RF

Köln - Köln hat ein Katzenproblem: Geschätzt leben 20.000 wilde Miezen in der Rheinmetropole. Und weil Weibchen im Jahr bis zu 15 Junge bekommen, steigt die Zahl der Katzen immer weiter an. Jetzt plant die Stadtverwaltung eine Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang, um den Zuwachs wilder Katzen endlich in den Griff zu bekommen.

Der schnelle Schnitt zwischen den Katzenbeinen soll sich langfristig bezahlt machen und das Elend der vielen wild lebenden Katzen stoppen: Durch eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von "Freigängerkatzen", also Hauskatzen, die regelmäßig vor die Tür kommen, soll der Nachwuchs mit wilden Katzen eingedämmt werden. Tierschützer, Tierheime und Verwaltung sprachen sich am Dienstag gemeinsam für das Vorhaben aus, stellten die Pläne im Tierheim Dellbrück vor.

Laut Verwaltung werden aktuell in ganz Köln an 55 Futterstellen täglich etwa 700 freilebende Katzen gefüttert. Insgesamt dürfte die Zahl der wilden Katzen bei etwa 20.000 Miezen und Katern liegen. Zwar werden jedes Jahr etwa 1100 Tiere vorübergehend eingefangen, meist kastriert und neu vermittelt. Und trotz der durchgeführten Kastrationen nimmt die Überpopulation freilebender Katzen durch eine Vermehrung mit "Freigängerkatzen" stark zu, so die Stadt Köln.

Konrad Peschen, Leiter des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln, argumentierte am Dienstag: "In dem Halter von Freigängerkatzen ihre Katzen kennzeichnen, registrieren und kastrieren lassen, können wir langfristig den Kreislauf, der zum Elend der freilebenden Katzen führt, unterbrechen."

"Blutende Wunden, Abszesse, zerfetzte Ohren"

Eindringlicher beschrieb Gabriela Biesek, Erste Vorsitzende von Straßenkatzen Köln, das Leiden der wilden Katzen: "Schlecht verheilte und unbehandelte Knochenbrüche durch Unfälle; verreckende Katzenkinder, weil die Katzenmutter die Geburt nicht überlebte; Kätzinnen, die ununterbrochen gedeckt werden und Junge werfen, von denen die Hälfte nicht überleben kann, die andere Hälfte wird geschlechtsreif, gedeckt und die Populationen entwickeln sich weiter. Kater, die um Nahrung, Revier und Kätzinnen kämpfen, sind oft zerbissen und haben blutende Wunden, Abszesse, zerfetzte Ohren.D

Die geplante Katzenschutzverordnung soll dieses Elend langfristig mildern. Halter müssten künftig ihre "Freigängerkatzen" per Mikrochip oder eine Ohrtätowierung kennzeichnen und gleichzeitig registrieren lassen. Katzen im fortpflanzungsfähigen Alter dürften künftig nur noch kastriert vor die Tür.

Die geplante Katzenverordnung soll am 6. Februar beschlossen werden. Im Anschluss wollen die Stadt Köln, Tierschutzvereine und Tierheime über die Pflichten der neuen Verordnung umfassend informieren.

Titelfoto: 123RF


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