Hambacher Forst: Aktivistin "Eule" wehrt sich gegen Haftstrafe

Köln – Eine 19 Jahre alte Aktivistin aus dem Hambacher Forst steht am Dienstag (9.30 Uhr) in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Köln.

Die Aktivistin war bei der Räumung des Hambacher Forsts im September 2018 festgenommen worden (Symbolbild).
Die Aktivistin war bei der Räumung des Hambacher Forsts im September 2018 festgenommen worden (Symbolbild).  © DPA

Die junge Frau wehrt sich gegen eine vom Amtsgericht Kerpen im Februar 2019 verhängte neunmonatige Freiheitsstrafe wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte.

Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. Erst im März kam die Frau nach knapp sechs Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß.

Die 19-Jährige hatte sich in erster Instanz geweigert, ihre Personalien preiszugeben. In der Szene der Waldbesetzer wurde sie deshalb "Eule" genannt, die Polizei führte sie unter der Bezeichnung "UP 8 aus Aachen". "UP" steht für Unbekannte Person.

Sie war bei der Räumung des zwischen Köln und Aachen gelegenen Hambacher Forsts am 26. September 2018 die letzte Aktivistin, die von Einsatzkräften der Polizei aus besetzten Bäumen geholt wurde.

Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass die Identität der Frau der Justiz mittlerweile bekannt ist.

Update, 14.24 Uhr: Aktivistin verweigert Aussage zu ihrer Identität

Die wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte verurteilte Hambacher-Forst-Aktivistin "Eule" sitzt im Landgericht in einem Gerichtssaal.
Die wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte verurteilte Hambacher-Forst-Aktivistin "Eule" sitzt im Landgericht in einem Gerichtssaal.  © DPA

Wie bereits in erster Instanz weigerte sich die Frau auch vor dem Landgericht, Angaben zu ihrer Person zu machen. Laut dem Vorsitzenden Richter sind dem Gericht die Personalien der Frau aber mittlerweile bekannt.

In der Szene der Anti-Braunkohleaktivisten wurde die Frau "Eule" genannt, die Polizei führte sie unter der Bezeichnung "UP 8 aus Aachen".

Polizeibeamte sagten in der Verhandlung aus, dass die Frau sich während der Bergung aus einer Hängematte, die zwischen Bäumen aufgespannt war, beim Abtransport erheblich gesträubt und um sich getreten habe.

Eine 24 Jahre alte Beamtin sei von der Angeklagten mit einem Tritt beinahe ins Gesicht getroffen worden. "Wenn sie getroffen hätte, wäre auf jeden Fall etwas kaputt gegangen", sagte die Beamtin.

Freispruch in einem ähnlichen Fall

Erst in der vergangenen Woche war eine australische Aktivistin in zweiter Instanz vor dem Landgericht Köln freigesprochen worden. Auch sie hatte ihre Personalien in erster Instanz vor dem Kerpener Amtsgericht nicht genannt.

Sie war wegen Widerstands und Landfriedensbruchs zunächst ebenfalls zu neun Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden.

Titelfoto: DPA

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