"Mein Vaterland heißt Mutter Erde": Jan Böhmermann sorgt für neue Debatte

Köln – Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann (37) hat eine klare Meinung, was die wieder aufflammende Gender-Debatte ums "Vaterland" geht.

Jan Böhmermann (37) tut sich schwer mit dem Patriotismus hierzulande.
Jan Böhmermann (37) tut sich schwer mit dem Patriotismus hierzulande.  © dpa/ Screenshot Twitter: Jan Böhmermann

In einem Antrag an den Düsseldorfer Landtag hatte die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring, das Ziel formuliert, Änderungen am Text der deutschen Nationalhymne vornehmen zu wollen.

Aus "Vaterland" solle "Heimatland" werden, aus der Zeile "brüderlich mit Herz und Hand" solle "couragiert mit Herz und Hand" werden.

Immerhin hatten Österreich und Kanada bereits ihre Hymnen gendergerecht geändert. Doch sowohl die Kanzlerin als auch der Bundespräsident hatten sich dagegen positioniert.

Dieser Vorstoß stößt heute noch bei vielen auf Unverständnis. Der Komiker Jan Böhmermann dürfte jedoch nicht zu den Kritikern zählen.

Am Sonntag twitterte er aus dem Nichts diesen Satz: "Mein Vaterland heißt Mutter Erde".

Ob der 37-Jährige damit gegen den für ihn zu extremen Patriotismus mancher Staatsbürger schießen möchte oder eher für die Geschlechtsneutrale Umformulierung plädiert?

Jan Böhmermann sieht Deutschland nicht als sein Vaterland

Jan Böhmermann scheint der Begriff "Vaterland" etwas sperrig zu finden und sieht sich viel mehr als Bürger dieser Erde.

Was sich seitdem bei Twitter abspielt, war vorhersehbar. Bei vielen scheint der Satiriker zumindest einen Nerv getroffen zu haben: "Hey cool! Dann kannst du ja woanders hingehen z.b. Somalia? Tschüss 👋🏻", "Dann versuch mal Deine kleine Show in Timbuktu an den Mann zu bringen!" oder "Muttermilch müsste politisch korrekt ja eigentlich auch Tittenmilch heißen, oder ist das (noch) zu krass?!" kommentieren die User. (Rechtschreibung übernommen)

Doch trotz aller Kritik findet Jan Böhmermann auch zahlreiche Unterstützer: "Mehr gibt es nicht zu sagen. 🙏🏼", "Das ist die Sichtweise, die wir brauchen, um eine Zukunft zu haben !" oder noch "Meines auch! Leider begreift die Mehrheit nicht, dass wir keine zweite Erde haben und Hass noch nie zu etwas Gutem geführt hat, sondern nur zerstörerisch wirkt!", kann man auf Twitter lesen.

Titelfoto: DPA

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