Mit russischem Kollegen: Astro-Alex hat eine WM-Wette am laufen

Köln – Wenn Russland und Deutschland gegeneinander spielen und Russland gewinnt, lässt sich Astro-Alex eine russische Flagge auf die Stirn malen.

Der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und der deutsche Astronaut Alexander Gerst.
Der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und der deutsche Astronaut Alexander Gerst.  © DPA

Bei einem deutschen Sieg muss sich Prokopjew eine Gerst-Glatze schneiden lassen.

Der deutsche Astronaut muss auch im All nicht komplett auf die Fußball-WM verzichten. "Wir schauen beim Abendessen, wenn wir Zeit haben, mal ein bisschen rein", sagte er am Dienstag in einer Live-Übertragung von der Internationalen Raumstation ISS zum Europäischen Astronautenzentrum in Köln. (TAG24 berichtete)

Dabei beantwortete er Journalistenfragen und ließ einen original lizenzierten WM-Ball durchs Bild schweben. Er wollte allerdings nicht darüber spekulieren, wer die WM gewinnt: Schließlich sei er Wissenschaftler und kein Wahrsager.

Unter Jetlag oder auch nur postirdischer Depression scheint Alexander Gerst nicht zu leiden: Er wirkte bei der Übertragung äußerst gut gelaunt und fit.

Er habe auch keine Anzeichen von Weltraumkrankheit, ihm sei nicht schlecht, erzählte er. Deshalb habe er auch schon gleich mit seinen Experimenten angefangen. Insgesamt warten etwa 300 Versuche auf ihn.

Einziger Wermutstropfen: Der Hinflug war nicht mehr ganz so romantisch wie beim ersten Mal 2014. "Wenn man das zum zweiten Mal macht, ist es nicht mehr ganz dasselbe. Es ist schon mehr ein Stück weit Routine."

Er habe aber auch nicht richtig Zeit gehabt, den Moment zu genießen. Immerhin habe er von oben seine Kölner Heimat und den Nürburgring erkennen können: «Das ist natürlich schön, wenn man dann rausguckt und seine Heimat sieht.» Sicher werde er noch Zeit finden, den wunderbaren Anblick der Erde zu genießen.

Die Mission "Horizons" (Horizonte) ist Gersts zweiter Einsatz im Weltraum: 2014 war er bereits für ein gutes halbes Jahr oben. Über Facebook und Twitter ließ er die zurückgebliebenen Erdlinge damals intensiv an dieser Erfahrung teilhaben.

Titelfoto: DPA


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