Gefährlicher Straftäter flieht zum zweiten Mal: Warum bekam er Ausgang?

Köln/Bonn – Die Polizei sucht per Großfahndung nach dem geflohenen Straftäter Otto K. (67). Dieser ist bei einem Ausgang am Sonntagnachmittag aus der Psychiatrie in Köln-Porz geflohen.

Bereits zweimal geflohen: Otto K.
Bereits zweimal geflohen: Otto K.

Der 67-Jährige hatte 1998 seine damalige Nachbarin (78) getötet und war daraufhin wegen Totschlags verurteilt und in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Er gilt insbesondere unter Alkoholeinfluss als gefährlich (TAG24 berichtete).

Pikant: Es ist bereits die zweite Flucht des Mörders! Bereits bei einem begleiteten Freigang auf dem Kölner Weihnachtsmarkt im Dezember 2014 war dem Mann die Flucht gelungen. Zwei Wochen später wurde er geschnappt.

Knapp viereinhalb Jahre später wurde dem psychisch kranken Straftäter nun offenbar unbegleiteter Ausgang gewährt. Wie kann das sein?

Der Kölner Polizei liegen laut Angaben eines Sprechers keine näheren Informationen zu den Rahmenbedingungen des Ausgangs vor.

Update, 12.20 Uhr: Klinik-Sprecherin äußert sich

Der Geflohene war in der geschlossenen Psychiatrie in Köln-Porz untergebracht (Symbolbild).
Der Geflohene war in der geschlossenen Psychiatrie in Köln-Porz untergebracht (Symbolbild).  © 123RF

Eine Sprecherin der geschlossenen Psychiatrie hat sich gegenüber TAG24 zum Fall Otto K. geäußert. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist Träger der Einrichtung.

Dem 67-Jährigen sei seit Februar 2019 mehrmals unbegleiteter Ausgang für jeweils mehreren Stunden gewährt worden. Dabei habe sich der Mann bis zu seiner Flucht an die Vorgaben gehalten. Beim Ausgang müssen sich die Betroffenen an Regeln wie ein Alkoholverbot und feste Rückkehrzeiten halten.

Grundsätzlich sei das Ziel der geschlossenen Psychiatrie die Resozialisierung der Patienten. Daher gebe es wie im vorliegenden Fall auch Lockerungen, die jedoch ohne festen Zeitplan vorgenommen würden. An der Entscheidung seien jeweils Experten beteiligt. Im Falle einer positiven Einschätzung sei auch eine endgültige Freilassung möglich.

Bevor ein in der Klinik untergebrachter Straftäter unbegleiteten Ausgang erhält, gibt es mehrere Stufen. Anfangs erhalten die Patienten beispielsweise nur auf dem Klinikgelände Freigang.

Nach der Flucht im Jahr 2014 seien die Lockerungen des Klinikaufenthalts angepasst worden. Die Sprecherin betonte, dass der Geflohene bei seiner zweiwöchigen Flucht nicht straffällig geworden sei.

Polizei warnt und bittet um Hinweise

Der Gesuchte wird folgendermaßen beschrieben:

  • 1,73 Meter groß
  • kräftig-untersetzte Statur
  • Halbglatze mit kurzen grauen Haaren
  • Er trug zuletzt einen grünen Anorak, blaue Jeans, ein blauweißes Oberhemd und schwarz-weiße Turnschuhe.

Wer den Mann sieht, sollte ihn nicht ansprechen und stattdessen sofort die Polizei anrufen. Hinweise zum Aufenthaltsort nimmt die Polizei Köln unter der Telefonnummer 0221 229-0 entgegen.

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