Nach gefährlicher Drohung: Kölner Ditib-Moschee komplett geräumt!

Köln - Nach einer Drohmail gegen die Ditib-Zentralmoschee in Köln ist das Gelände um den Komplex weiträumig abgesperrt worden.

Die Kölner Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld.
Die Kölner Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld.

"Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten", sagte ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage am Dienstag.

Die Moschee sei geräumt worden. Eine sehr hohe Zahl von Einsatzkräften durchsuche den Moscheekomplex seit dem Vormittag, habe aber bisher "nichts gefunden, von dem eine Gefahr ausgeht".

Der Einsatz sei nach anderthalb Stunden allmählich wieder "runtergefahren" worden. Zum genauen Inhalt der Mail äußerte sich die Polizei zunächst nicht.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, teilte die Polizei Köln mit.

Update, 13.29 Uhr: Besucher und Schulklassen waren am Morgen in der Moschee

Die Polizei sperrte die Moschee am Dienstag weiträumig ab.
Die Polizei sperrte die Moschee am Dienstag weiträumig ab.  © Miklos Laubert/bf-koeln-einsaetze.de

Ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib - der bundesweit größten Islam-Dachorganisation - sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt.

Der Ditib-Sprecher schilderte, die Räumung sei ruhig verlaufen. Wie viele Menschen sich zu dem Zeitpunkt in dem deutschlandweit größten Moscheekomplex befanden, sei unklar.

Neben Mitarbeitern gingen täglich viele Besucher ein und aus. Noch am Morgen seien zwei Schulkassen zu Gast gewesen.

"Wir sind besorgt, wir haben Angst, wir erleben gerade eine Konzentration von Angriffen gegen Moscheen", sagte Ditib-Sprecher Zekeriya Altug.

"Eine Bombendrohung, das hat eine neue Qualität. Wir harren alle draußen aus und versuchen zu verstehen, was das Ganze hier bedeutet."

Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten auf.

Die Kölner Zentralmoschee war im vergangenen September vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan offiziell eröffnet worden.

Das hatten auch Bundes- und Landespolitiker kritisiert. Die Ditib steht wegen ihrer Nähe zu Ankara in der Kritik. Ihr werden fehlende strukturelle und politische Unabhängigkeit von der türkischen Regierung vorgeworfen.

Update, 18.21 Uhr

Erst kurz nach 14 Uhr gab die Polizei Köln via Twitter Entwarnung: Die Durchsuchung sei beendet und nichts Verdächtiges gefunden worden.

"Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten", sagte ein Polizeisprecher zu der Email. Zum genauen Inhalt des Schreibens wollte er sich nicht äußern.

Ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt.

Das Gebäude wurde komplett geräumt (Archivaufnahme).
Das Gebäude wurde komplett geräumt (Archivaufnahme).  © DPA

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