Bauhaus-Jahr in NRW: Ausstellungen erfreuen sich großer Beliebtheit

Köln/Münster – Im Bauhaus-Jahr begeben sich Museen auf Spurensuche nach den Bezügen zu der Reformschule. NRW hat viele Anknüpfungspunkte. Zum Beispiel Bauhaus-Villen, mutige Mäzene und kühne Designer. Rund 50 Ausstellungen beleuchten das.

Ein Sessel von Mies van der Rohe in einer Bauhaus-Villa in Krefeld.
Ein Sessel von Mies van der Rohe in einer Bauhaus-Villa in Krefeld.  © dpa/ Jana Bauch

Die verschiedenen nordrhein-westfälischen Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläum hatten bislang zusammengenommen mehrere Hunderttausend Besucher.

"Damit geht unsere Rechnung bislang voll auf", sagte Thomas Schleper vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Insgesamt behandeln rund 50 Ausstellungen in vielen verschiedenen Häusern von September 2018 bis Ende März 2020 das Thema.

Dabei geht es auch um die Vorläufer und starken Wurzeln der 1919 in Weimar gegründeten Reformschule nicht zuletzt in NRW.

Viel Zuspruch etwa hatte die Ausstellung "Bauhaus und Amerika" im Museum für Kunst und Kultur des Landschaftsverbandes Westfalen–Lippe (LWL) in Münster mit fast 60 000 Besuchern.

Die beiden in Krefeld vom Architekten Ludwig Mies van der Rohe errichteten Fabrikanten-Villen wurden nach Angaben der Stadt innerhalb von gut drei Monaten bereits von über 20 000 Menschen besichtigt.

Die Ausstellung "Junges Rheinland" im Düsseldorfer Kunstpalast über die Kunstszene vor 100 Jahren kam auf mehr als 43 000 Gäste.

Zusammen mit dem westfälischen Partnerverband LWL in Münster koordiniert der in Köln ansässige LVR das Programm für Nordrhein-Westfalen mit dem Titel "100 Jahre Bauhaus im Westen".

Dritter im Bunde ist das Düsseldorfer Kulturministerium. Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (65) ist Schirmherrin.

Haus Esters und Haus Lange gelten als Musterbeispiel für den Bauhaus-Stil der 20er Jahre.
Haus Esters und Haus Lange gelten als Musterbeispiel für den Bauhaus-Stil der 20er Jahre.  © dpa/Roland Weihrauch

"Unser Ziel ist, Zusammenhänge aufzuzeigen, die auch über bloße Kunst- und Architekturgeschichte hinausgehen", sagte Schleper. Das betreffe unter anderem progressive Kunstgewerbeschulen, aufgeschlossene Mäzene, hier tätige Künstler und die Industriekultur.

"Uns interessiert: Was ist in den Alltag eingedrungen?", meinte Schleper, der Mitglied im Lenkungskreis des NRW-Bauhaus-Jahres ist.

Bis Ende Februar präsentiert das LVR-Industriemuseum in Oberhausen die Ankunft des neuen Gestaltens im Alltag mit dem Titel "Nützlich & Schön".

Im September zeigt das Osthaus Museum Hagen eine Ausstellung über den ersten Bauhaus-Direktor, Walter Gropius (7.9. bis 19.1.2020). Eine andere Schau ist dem in Bottrop geborenen Bauhaus-Künstler Josef Albers (1888 - 1976), seiner Jugend und dem Aufbruch in die Moderne gewidmet (Josef-Albers-Museum 22.9. bis 12.1.2020).

Krefeld beleuchtet das gegensätzliche Paar "Folklore und Avantgarde" (11.11. - Februar 2020). Im münsterländischen Steinfurt-Borghorst werden Arbeiten des Bauhäuslers Heinrich Neuy gezeigt (29.9. bis 19.1. 2020).

Vor allem die kleineren und mittleren Museen profitierten von dem Verbundprogramm, sagte Schleper. "Die ganze Museumslandschaft wird bespielt." Städte wie Essen, Krefeld, Ratingen und Hagen hätten eigene Kooperationen eingebracht.

An mehreren Orten werden Ausstellungen, etwa zu Mode, Architektur und der Weimarer Republik gezeigt. Kennzeichnend für das NRW-Programm ist der Bezug zur Demokratie.

Das von den Landschaftsverbänden LWL und LVR umgesetzte Projektjahr ist ihre bislang längste und umfangreichste Kooperation.

Titelfoto: dpa/ Jana Bauch

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