Nach IS-Razzia in Köln und Düren: Mutmaßliche Gefährder kommen in Langzeitgewahrsam

Köln – Die vier am Morgen wegen Terrorverdacht aufgegriffenen Verdächtigen kommen in Langzeitgewahrsam.

Der Langzeitgewahrsam kann in Nordrhein-Westfalen bis zu zwei Wochen dauern.
Der Langzeitgewahrsam kann in Nordrhein-Westfalen bis zu zwei Wochen dauern.  © Oliver Berg/dpa

Dies betrifft zwei als islamistisch eingestufte Gefährder sowie zwei weitere Personen aus ihrem Umfeld, wie ein Sprecher der Kölner Polizei am Donnerstagabend sagte.

Ein Richter hatte den Langzeitgewahrsam angeordnet. Nach dem neuen Polizeigesetz in Nordrhein-Westfalen kann dieser bis zu zwei Wochen dauern. Die Ermittlungen liefen nach Polizeiangaben auch in der Nacht weiter.

Am frühen Donnerstagmorgen hatte die Polizei in Köln und Düren Razzien im Umfeld mutmaßlicher islamistischer Gefährder durchgeführt (TAG24 berichtete).

Grund waren Hinweise der Sicherheitsbehörden, dass die verdächtigen Personen möglicherweise Anschläge geplant hatten. Auch gebe es Hinweise auf Kontakte zur Berliner Salafistenszene, hieß es aus Quellen der Polizei.

Update, 15.32 Uhr: Verdächtige kommen länger in Gewahrsam

Nach den Razzien in Köln und Düren wegen möglicher Terror-Pläne bleiben drei Verdächtige weiter in Polizeigewahrsam. Zwei mutmaßliche islamistische Gefährder sollen nach richterlichem Beschluss nun für zwei Wochen und ein 20 Jahre alter Konvertit für zehn Tage in Gewahrsam bleiben, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

In dieser Zeit wollen die Ermittler prüfen, ob sich ausreichende Anhaltspunkte für ein Strafverfahren ergeben. Ein vierter Mann, ebenfalls ein Konvertit, wurde dagegen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Das neue NRW-Polizeigesetz erlaubt einen Polizeigewahrsam von bis zu 14 Tagen, um eine mögliche unmittelbar bevorstehende Straftat zu verhindern. Ein konkreter Tatverdacht ist dafür noch nicht erforderlich. "Wir hatten aktuell verdeckte Erkenntnisse, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte", hatte der Leitende Kölner Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker am Donnerstag gesagt.

"Der Grundsatz ist: Gefahrenabwehr hat immer Vorrang vor Strafverfolgung." Ein Langzeitgewahrsam kann um weitere 14 Tage verlängert werden. Ein Richter muss den Maßnahmen zustimmen, der Verdächtige hat Anspruch auf einen Anwalt.

Update, 8.16 Uhr: Verdächtiger aus Gewahrsam entlassen

Einer der vier wegen Terrorverdacht aufgegriffenen Verdächtigen ist aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei am Freitagmorgen. Bei dem Entlassenen handelt es sich nach Polizeiangaben nicht um einen der Gefährder.

Die Polizei hat am Donnerstag Wohnungen mutmaßlicher Gefährder aus dem islamistischen Umfeld unter anderem in Köln durchsucht.
Die Polizei hat am Donnerstag Wohnungen mutmaßlicher Gefährder aus dem islamistischen Umfeld unter anderem in Köln durchsucht.  © Oliver Berg/dpa

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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