Groß-Razzia! Mehrere Festnahmen bei Einsatz gegen Zwangsprostitution

Köln – Großrazzia am Morgen in ganz Deutschland! Insgesamt 1500 Polizisten der Bundespolizei durchsuchten Gebäude wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Bundesweit 60 Bordelle bekamen am Mittwochmorgen Besuch von der Polizei.  Auch im Dresdner Stadtteil Leipziger Vorstadt waren Beamte unterwegs.
Bundesweit 60 Bordelle bekamen am Mittwochmorgen Besuch von der Polizei. Auch im Dresdner Stadtteil Leipziger Vorstadt waren Beamte unterwegs.  © Bundespolizei

Um 6 Uhr morgens startete die groß angelegte Razzia in über zehn Bundesländern. Laut Bundespolizei-Sprecher Christian Meinhold wurden insgesamt über 60 Objekte durchsucht, darunter drei in Sachsen (Dresden, Zwickau, Chemnitz), zwei in Thüringen und zwei in Sachsen-Anhalt.

In Baden-Württemberg wurden neun Wohnungen und Bordelle in Karlsruhe, Mannheim, Bruchsal, Pforzheim, Rastatt und Offenburg durchsucht.

Auch in Niedersachsen wurden neun Einrichtungen besucht, in Hessen zehn, in Nordrhein-Westfalen 17.

Dabei ging es vor allem um Schleusung, Zwangsprostitution und Ausbeutung. Thailänderinnen und Transsexuelle sollen per Besuchervisum nach Deutschland eingereist sein und dann in Bordellen rotationsmäßig eingesetzt worden sein.

Die Ermittlungen laufen. Auch die GSG 9 ist bei den Einsätzen mit dabei.

Mehrere Hauptbeschuldigte im Visier

Auch in Bonn überprüften Polizisten Personalien im Rotlichtmilieu.
Auch in Bonn überprüften Polizisten Personalien im Rotlichtmilieu.  © Axel Vogel/dpa

Update 9.06 Uhr: Nach Angaben der Bundespolizei in Siegen in Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Haftbefehle vollstreckt und eine Reihe von Menschen festgenommen. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde. Allein in Siegen seien zwei Haftbefehle vollstreckt und acht Menschen vorläufig festgenommen worden. "Aber es werden noch mehr werden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei an diesem Einsatzort.

In NRW sollen Durchsuchungen in Düsseldorf, Bonn, Porta Westfalica, Gelsenkirchen, Dortmund, Siegen und Löhne stattgefunden haben.

Update 9.15 Uhr: Zwischen 16.000 und 30.000 Euro hätten die Frauen und Transsexuellen für die Schleusung bezahlt. "Das mussten die Damen dann abarbeiten", so eine Sprecherin am Vormittag in Rastatt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen damit Einnahmen in siebenstelliger Höhe erzielten. Sie sollen in einem Netzwerk zusammengearbeitet haben und deutscher und thailändischer Nationalität sein. Den Verdächtigen werden unter anderem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Siegen.

Zahl der Festnahmen steigt

Bei der Razzia gab es mehrere Festnahmen. Viele Frauen werden jetzt als Zeuginnen vernommen.
Bei der Razzia gab es mehrere Festnahmen. Viele Frauen werden jetzt als Zeuginnen vernommen.  © DPA

Update 9.28 Uhr: Bei der bundesweiten Razzia gegen Organisierte Kriminalität haben Ermittler am Mittwochmorgen sieben dringend Tatverdächtige festgenommen. Das teilte die federführende Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

Update 9.50 Uhr: Nähere Details zu den Durchsuchungen in Sachsen: Bei der Razzia auf der Margarethenstraße in Chemnitz wurden vier Thailänderinnen mitgenommen. Auch in Zwickau auf der Werdauer Straße und in Dresden auf der Hechtstraße wurden jeweils zwei Frauen mitgenommen. Alle Frauen werden jetzt als Zeuginnen verhört.

Update 9.45 Uhr: Mittlerweile wurde die Zahl der Festgenommen erhöht: Die Bundespolizei hat im Zusammenhang mit ihrer groß angelegten Aktion gegen eine Bande im Rotlichtmilieu mehr als 100 Personen vorläufig festgenommen. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochvormittag in Siegen sagte.

Update 10.30 Uhr: Auch in Rastatt gab es mehrere Festnahmen. Darunter seien sechs Prostituierte und eine Frau, die per Haftbefehl gesucht worden sei.

Vermummte Beamte verlassen nach einer Durchsuchung ein Bordell.
Vermummte Beamte verlassen nach einer Durchsuchung ein Bordell.  © Boris Roessler/dpa
Auch in Chemnitz durchsuchten Beamte ein Objekt.
Auch in Chemnitz durchsuchten Beamte ein Objekt.  © Harry Härtel/Haertelpress

Titelfoto: Axel Vogel/dpa