Oliver Pocher im Survival-Modus: "Das Entwürdigendste, was ich je erlebt habe."

Köln/Tansania – Oliver Pocher hatte vor kurzem berichtet, dass er auf dem Kilimandscharo war. Nun gab er Details zu dieser Reise preis, die auch hartgesottene Abenteurer ins Herz treffen.

Oliver Pocher (41) bestieg im Rahmen eines Junggesellenabschieds den Kilimandscharo (Archivbild).
Oliver Pocher (41) bestieg im Rahmen eines Junggesellenabschieds den Kilimandscharo (Archivbild).  © Tobias Hase/dpa

In seinem Podcast, den der Comedian zusammen mit Kollege Matze Knop betreut, erzählte Oliver Pocher (41) vom abenteuerlichen Aufstieg zum Gipfel des höchsten Bergs Afrikas.

"Wir hatten uns irgendwie erst einen Tag vorher dafür eingerichtet. Du gehst unten bei 20 bis 25 Grad los und hast oben -15 Grad. Das heißt, du musst für sämtliche Wetterlagen ausgerüstet sein", berichtete Oliver.

Da man nur in Zelten mit Schlafsack übernachte, bräuchte man dementsprechend viel Ausrüstung. "Da hab ich auch erstmal gemerkt wie diese Globetrotter und Jack Wolfskin, was die für einen Umsatz machen."

Da man diesen Aufstieg nicht alleine mache, sei die Gruppe auch recht groß gewesen: "Pro Person die da hoch geht, sind ungefähr vier Leute dabei, die deine Sachen schleppen. Aber du brauchst auch diese Hilfe, wenn du da hochkommen möchtest."

Das höre sich zwar komfortabel an, so der Comedian, aber ohne Strom, fließend Wasser und andere Dinge, die man so gewöhnt sei, wäre das doch eine harte Tour.

Unfall in der Hose: Ein Apfel war schuld

Auf dem Kilimandscharo angekommen, überwog die Freude den Aufstieg endlich geschafft zu haben.
Auf dem Kilimandscharo angekommen, überwog die Freude den Aufstieg endlich geschafft zu haben.  © Bild-Montage Twitter/Oliver Pocher

"Irgendwann gibst du deine Menschenwürde ab und lässt einfach nur noch laufen."

Das wäre natürlich nicht ganz freiwillig geschehen: "Meine Theorie ist es, dass es der Apfel war. Man ist halt auch so doof und isst einen Apfel, der durch zwölftausend Hände gegangen ist, der auf einem Marktplatz in 'Umbu Umbu' gelegen hat. Mit Schale!"

Für Oliver Pocher, war es "das Entwürdigendste, was er je erlebt" habe. Aber man habe es einfach durchgezogen, als sei es normal.

Am härtesten sei jedoch der letzte Aufstieg gewesen. "Wo du nachts um 12 aufstehst und dann ab eins ungefähr zehn Stunden einfach nur senkrecht grade hoch gehst. Die Sauerstoffsättigung geht ja immer weiter nach unten."

Einer seiner Freunde wäre dann kurz vor dem Ziel zusammengeklappt.

Die Anstrengungen beim Abstieg wären nicht weniger heftig gewesen, so der 41-Jährige.

Oliver Pocher mit Freundin Amira.
Oliver Pocher mit Freundin Amira.  © dpa/Oliver Berg

Wirklich haarig wurde es für Oliver, als er und der zukünftige Bräutigam den Hubschrauber verpasst hätten, der sie vom Berg bringen sollte.

"Unser Camp war schon abgebaut, da stand ich da also mit Dennis (der Bräutigam, Amn. d. Red.) und wir musste ja reagieren. Da bist du nur noch im 'Survival-Modus'. Es gab keine andere Chance mehr weiterzugehen. Du bist 15 Stunden schon unterwegs an dem Tag, es wird dunkel, du hast auch gar kein Licht mehr. Da heißt es nur noch 'Abmarsch jetzt, runter'."

Auch Matze Knop stellte fest: "Das ist schon was, was einen als Mensch in andere Sphären bringt."

Oli gab ihm recht: "Ab Tag drei dachte ich nur noch, was mach ich hier? Zu Hause habe ich Strom und Wasser. Ich habe da rumgeflucht und wollte aufgeben."

Aber irgendwann hätte ihn der Ehrgeiz gepackt. "Jetzt sind wir soweit hier, jetzt ziehen wir das durch."

Zum Schluss konnte sich Oliver nicht zurückhalten und hatte noch ein politisches Statement: "Da will ja keiner freiwillig nach Europa kommen. Wenn da einer, nur mit T-Shirt und Plastiktüte, loszieht. Ein Jahresgehalt bezahlt, um auf einem Gummiboot übers Meer zu kommen und wir hier in Europa eine Arroganz haben, zu sagen 'die nehmen uns alles weg, ich wähle AfD', das kann ich nicht nachvollziehen."

Jedem, der so etwas sage, wünschte Oliver Pocher nur eine Woche so zu Leben, wie die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten. Er wünsche sich mehr "Respekt und Menschlichkeit" untereinander.

Titelfoto: Bild-Montage Twitter/Oliver Pocher

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